Freitag, 14. Dezember 2018

Telekom Übernahme von One2One

Ron Sommer kauft sich beim britischen Mobilfunk ein und wird den Provider One2One für 6,7 Milliarden Pfund plus 200 Millionen Pfund Schulden übernehmen. Langes Handeln sparte ihm einige hundert Millionen Pfund.

Bonn - Der britische Mobilfunkanbieter war schon länger am Markt. In den vergangenen fünf Monaten gehörten mit Bell Atlantic und SBC Communications vor allem US-Telefonkonzerne zu den Bietern.

Auch Mannesmann hatte sich für One2One interessiert. Die Düsseldorfer stiegen aber im Juli aus, weil der Preis zu hoch erschien. Daß die Telekom letztlich als Käufer übrigbleibt, war bereits Ende Juli spekuliert worden. Damals lag das Gebot der Telekom Berichten zufolge noch deutlich höher, nämlich bei 7,5 Milliarden Pfund.

Das lange Handeln scheint sich also für die Bonner gelohnt zu haben. Ursprünglich wollten die Verkäufer, der britische Telekom-Konzern Cable&Wireless und die seit kurzem zum US-Anbieter AT&T gehörende MediaOne, mit dem Verkauf sogar rund elf Millionen Pfund erlösen. Aktuell zahlt Ron Sommer nur etwa 70 Prozent inklusive Schulden.

Damit verbleiben bei One2One Verbindlichkeiten von 1,5 Milliarden Pfund. Die Verkäufer Cable&Wireless und MediaOne halten derzeit je 50 Prozent an One2One.

Die Transaktion steht unter Vorbehalt der Zustimmung des Aufsichtsrats der Deutschen Telekom sowie der Zustimmung der Wettbewerbsaufsicht der Europäischen Union.

Der deutsche Marktführer werde damit seine Position in einem der wichtigsten europäischen Märkte deutlich ausbauen, betonte Vorstandsvorsitzender Sommer.

Es sei "eine Akquisition von zentraler Bedeutung für die Deutsche Telekom". Sie erfülle zwei der Kernanforderungen der Wachstumsstrategie des Unternehmens: Expansion des Mobilfunkgeschäfts in Europa sowie das Gewinnen einer starken Präsenz und einer soliden Wachstumsbasis im wichtigen britischen Markt.

One2One ist mit 16 Prozent Marktanteil laut Telekom der viertgrößte und am schnellsten wachsende Mobilfunknetzbetreiber in Großbritannien. Der britische Markt weise im Mobilfunk eine Penetrationsrate von 27 Prozent (Stand 1. Juni 1999) auf im Vergleich zu 20 Prozent in Deutschland. Allein im zweiten Quartal 1999 wurden den Angaben zufolge über 400.000 Neukunden gewonnen. Insbesondere der Anteil der Geschäftskunden habe deutlich erhöht werden können.

Im Geschäftsjahr 1998/99 (31. März) erzielte One2One ein Ebitda von 112 Millionen Pfund nach einem Verlust von 39 Millionen Pfund im Vorjahr. Der Umsatz erhöhte sich um 42 Prozent auf 781 Millionen Pfund.

Die Deutsche Telekom ist in Großbritannien bereits durch die im April 1998 gegründete MetroHoldings vertreten.

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