Sonntag, 9. Dezember 2018

Altria Imagepolitur für den Tabakriesen

Nach der Umbenennung von Philip Morris in Altria könnte der weltgrößte Zigarettenkonzern und führende US-Lebensmittelhersteller aufgespalten werden. An der Börse wird die mögliche neue Konzernstruktur bereits gefeiert.

New York - Vor nicht einmal drei Jahren ist der riesige Mischkonzern Philip Morris umbenannt worden in Altria Group Inc.. Ziel des neuen Auftritts: Der Konzern sollte sein Image als Tabakriese verlieren und als Konsumgüterspezialist mit einer Vielzahl von Unternehmenssparten wahrgenommen werden.

Nur für Mutige: Die Gefahr riesiger Raucherklagen lastet auf der Altria-Aktie
Richtig durchgesetzt hat sich das Saubermann-Image jedoch nie. Nun plant Konzernchef Louis C. Camilleri den großen Schritt: Altria wird womöglich aufgespalten in drei einzelne Unternehmen. Zwar wies der Manager bei der Vorstellung der Quartalszahlen am Donnerstag darauf hin, dass noch nichts endgültig beschlossen sei, die Börse feierte die Ankündigung dennoch: Die im Dow Jones Börsen-Chart zeigen notierte Altria-Aktie Börsen-Chart zeigen schoss um knapp 9 Prozent auf 54,23 Dollar in die Höhe.

Altria dominiert mit seiner US-Zigarettentochter Philip Morris USA den amerikanischen Zigarettenmarkt und ist mit der Philip Morris International auch der Marktführer im globalen Zigarettengeschäft. Die wichtigste Zigarettenmarke des Unternehmens ist Marlboro.

Altria ist auch an dem internationalen Brauereikonzern SABMiller beteiligt. Im vergangenen Jahr hatte Altria 81,8 Milliarden Dollar umgesetzt.

Daneben kontrolliert Altria die Kraft Foods zu 85 Prozent. Zu Kraft gehören Marken wie Kraft, Philadelphia, Jacobs und Nabisco. Kraft liegt weltweit nach Nestlé Börsen-Chart zeigen auf Platz zwei.

Aktionäre könnten von einer Trennung profitieren

Wall-Street-Beobachter sehen die Möglichkeit einer vollständigen Abspaltung von Kraft und eine mögliche Trennung der amerikanischen und der internationalen Zigarettentöchter. Drei separate Firmen könnten möglicherweise mehr wert sein als der Gesamtkonzern, hieß es.

Das Kursgewinnverhältnis von Altria unter Ausklammerung von Kraft zeige, dass die Tabakgeschäfte des Unternehmens im Vergleich zu den anderen Tabakfirmen erheblich unterbewertet seien, sagte Camilleri. Man schaue deshalb nach Alternativen zur Maximierung der Aktionärswerte. Dies schließe auch eine Trennung der Gesellschaft in zwei oder potenziell drei starke unabhängige Einheiten ein.

Die riesigen Raucherklagen belasten den Gesamtkonzern und Kraft. Eine völlige Trennung von Kraft könnte diesem Unternehmen helfen, weil es nicht mehr mit von den Schadenersatzforderungen der Raucherklagen tangiert wäre. Man treffe die notwendigen Vorbereitungen, um für die Durchführung bereit zu sein, sobald das Klageumfeld dies zulasse, kündigte Camilleri an. Im Hinblick auf wichtige Raucherklagen, wie die des US-Justizministeriums, die Engle-Klage in Florida und den Price-Fall in Illinois gab er sich optimistisch.

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