Freitag, 16. November 2018

Bilanzskandal Ahold zahlt freiwillig Millionen

Ahold hat sich im Bilanzskandal mit der niederländischen Justiz außergerichtlich geeinigt. Der Handelskonzern will im Zuge eines Vergleichs acht Millionen Euro zahlen. Gleichzeitig wird Ex-Managern der Prozess gemacht.

Den Haag - Der niederländische Einzelhandelskonzern Ahold Börsen-Chart zeigen hat mit der Justiz einen Millionen-Vergleich im Buchhaltungsskandal über unkorrekte Angaben von Tochterunternehmen in seiner Konzernbilanz getroffen. Wie die Justiz am Donnerstag in Den Haag mitteilte, hat das Unternehmen die Zahlung von acht Millionen Euro zugesagt. Diese Summe entspreche der höchsten Buße, die ein Richter am Ende eines möglicherweise langen, teuren und Zeit raubenden Verfahrens hätte auferlegen können, bestätigte Ahold.

 Einigung in den Niederlanden. Ahold will im Zuge eines Vergleichs acht Millionen Euro zahlen
Einigung in den Niederlanden. Ahold will im Zuge eines Vergleichs acht Millionen Euro zahlen
Der Einzelhandelskonzern hat nach Angaben der Justiz entgegen den Vorschriften die Ergebnisse seiner Tochterunternehmen in Skandinavien, Brasilien, Argentinien und Guatemala in voller Höhe übernommen und damit höhere Einnahmen des Konzerns angegeben.

Der frühere Ahold-Chef Cees van der Hoeven muss sich allerdings wegen seiner Rolle in dem Skandal in Kürze vor Gericht verantworten. Dies hat die Justizverwaltung am Donnerstag bestätigt. Über die Anklage und über etwaige weitere Angeklagte wurden zunächst keine Angaben gemacht. Van der Hoeven war im vorigen Jahr ebenso wie andere Ahold-Vorstandsmitglieder zurückgetreten, nachdem erhebliche Unregelmäßigkeiten bei der Konzernbuchhaltung bekannt geworden waren.

Weitere Klagen gegen Manager der Tochter US Foodservice sind nach früheren Berichten in den USA anhängig. Die US Foodservice war der Dreh- und Angelpunkt des Bilanzskandals beim Mutterkonzern. Ankläger in den Vereinigten Staaten hatten den Schaden für die Investoren auf insgesamt sechs Milliarden Dollar beziffert.

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