Mittwoch, 28. Juni 2017

Xetra-Handel Deutsche Börse senkt Gebühren

Die Deutsche Börse gibt sich ab 1. Januar eine neue Gebührenstruktur. Der elektronische Handel wird günstiger. Die Entgelte für die Bereiche Clearing und Abwicklung werden getrennt. Die Änderungen sollen sich nicht auf den Umsatz der Deutschen Börse auswirken.

Frankfurt - Die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen fächert Anfang nächsten Jahres ihre Gebühren für den elektronischen Aktienhandel auf. Damit will der Börsenbetreiber stärker auf unterschiedliche Kundenbedürfnisse im elektronischen Handel eingehen und Gebühren vorhersehbarer gestalten, wie die Deutsche Börse am Dienstag in Frankfurt meldete. Die Änderungen, die ab dem 1. Januar 2005 gelten, wirkten sich nicht auf den Umsatz der Deutschen Börse aus.

Hoffen auf den Bullen: Die Deutsche Börse senkt die Gebühren für den Xetra-Handel
Künftig werden die Entgelte für die Bereiche Clearing und Abwicklung getrennt, wie es hieß. Damit wird das Modell dreistufig. Bisher gibt es nur ein zweistufiges Modell: die Preise für den Handel sowie die Entgelte für Clearing/Abwicklung.

Xetra-Gebühren sollen deutlich fallen

Die Börse will die Mindestgebühr je Order im Xetra-Handel von 0,70 auf 0,60 Euro senken. Die Höchstgebühr werde von 21 auf 18 Euro reduziert. Zeitungen hatten bereits Anfang Juni über die von der Börse nicht kommentierten Pläne berichtet. So war spekuliert worden, dass die Höchstgebühr sogar auf 16,50 Euro gesenkt würde.

Das neue Gebührenmodell soll es Kunden ermöglichen, Preise für Wertpapiergeschäfte im Voraus genauer kalkulieren zu können. Nach der Abwicklungstochter Clearstream und der Terminbörse Eurex ist der Xetra-Handel die drittwichtigste Umsatzbringer der Frankfurter.

Gebühren-Umstellung soll Handel liquider machen

Zudem will der Börsenbetreiber mit dem neuen Entgeltmodell mehr Liquidität in den elektronischen Handel bringen. Entsprechende Pilotprogramme bei elektronisch generierten Aufträgen liefen derzeit. Die genaue Gestaltung der entsprechenden Gebühren will die Deutsche Börse nach Abschluss der Testphase mit Xetra-Teilnehmern im Schlussquartal 2004 bekannt geben.

Die Aktie der Deutschen Börse reagierte kaum auf diese Nachricht. Bis kurz vor Handelsschluss büßte die Aktie 0,34 Prozent auf 41,51 Euro ein, während der Dax Börsen-Chart zeigen um 0,22 Prozent auf 3883 Punkte zugelegte. "Für die Kunden der Börse ist diese Nachricht durchaus interessant, aber für die Deutsche Börse selbst hat sie im Grunde keine Auswirkungen, da die Änderungen ja umsatzneutral sein werden", sagte ein Analyst.

Neue Preisbasis im Clearing-Geschäft

Auch die Preise im Clearingbereich, also bei der Abwicklung von Wertpapiergeschäften, ändern sich. Die Eurex Clearing werde als erstes Abwicklungshaus in Europa nur teilweise ausgeführte Aufträge nicht mehr berechnen, nur noch den Gesamtauftrag. Damit könnten Kunden nicht nur ihre Handelsentgelte, sondern auch die Clearinggebühren bereits vor Ausführung des Auftrags kalkulieren.

Das Clearing werde mit 0,52 Euro je Order plus 0,15 Basispunkte berechnet. Maximal würden Kosten von 6,20 Euro je Order fällig. Die Preisfeststellung (Settlement) werde 0,425 Euro je Abwicklungsanweisung kosten.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH