Mittwoch, 16. Januar 2019

Allianz Allfinanz wird abgestraft

Der Verkauf des Beiersdorf-Anteils hat den Allfinanzkonzern vor einem erneuten Jahresverlust bewahrt. Konzernchef Diekmann spricht von einer "Trendwende". Wegen der schwachen Zahlen in der Banksparte Dresdner Bank steigen jedoch Anleger aus.

München - Nach einem Verlust von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2002 sei im Jahr 2003 ein Überschuss von 1,6 Milliarden Euro erzielt worden, teilte der Finanzkonzern Allianz Börsen-Chart zeigen am Donnerstag in München mit. Grund für die Rückkehr in die schwarzen Zahlen ist vor allem der Milliardenerlös durch den Verkauf des Beiersdorf-Anteils.

"Operativer Ergebnisumschwung": Allianz-Chef Michael Diekmann
Auch im Jahr 2003 war das Ergebnis von den Problemen mit der Dresdner Bank geprägt. Das Segment Banking schloss das Geschäftsjahr mit einem Verlust von 1,3 Milliarden Euro ab nach einem Minus von 1,4 Milliarden Euro vor Jahresfrist.

Die Allianz bestätigte damit die Zahlen, die bereits am Dienstag durchgesickert waren. Ohne die Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf der Beiersdorf-Anteile wäre im vergangenen Jahr erneut ein Verlust angefallen. Der Überschuss fiel etwas geringer aus als von Analysten im Schnitt erwartet: Die Aktie der Allianz Börsen-Chart zeigen gehörte am Donnerstag zu den größten Verlierern im Dax.

Diekmann sieht "Trendwende"

Für 2004 rechnet die Allianz damit, die operativen Ergebnisse steigern zu können. Die gesamten Beitragseinnahmen, die im Jahr 2003 85 Milliarden Euro betragen hatten, sollten um vier Prozent steigen.

"Wir haben in allen wesentlichen Sparten deutliche Verbesserungen erzielt", sagte der seit knapp einem Jahr amtierende Allianz-Chef Michael Diekmann während der Bilanz-Pressekonferenz. Damit sei die "Trendwende geschafft". Er sei zuversichtlich, dass die Allianz spätestens ab 2005 wieder zu den ertragsstarken Unternehmen gehören werde.

Diekmann verwies auf die Ergebnisverbesserungen der Gruppe im operativen Geschäft. "Wir haben im Geschäftsjahr 2003 einen operativen Ergebnisumschwung von 4,5 Milliarden Euro erreicht und die Gruppe wieder auf eine solide Kapitalbasis gestellt", erklärte er.

Die Banksparte mit der Dresdner Bank wies im vergangenen Jahr erneut einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro aus. Das operative Ergebnis habe sich aber um 1,6 Milliarden Euro auf einen Verlust von 357 Millionen Euro verbessert. Im laufenden Jahr sollten die Kosten in der Banksparte weiter gesenkt und die operativen Erträge moderat verbessert werden.

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