Montag, 17. Dezember 2018

Börsenlegende Buffett rechnet ab

2. Teil: Dollar-Sorgen und Regierungsschelte

Sorge um den Dollar

"Ich halte jetzt nur Volksreden, weil durch die eklatanten Verstöße, die vorgefallen sind, das Vertrauen von vielen Millionen Aktionären missbraucht wurde", hieß es in dem Schreiben Buffetts weiter. "Hunderte von Eingeweihten wussten, was passiert, und niemand hat ein Wort gesagt. Erst mit (dem New Yorker Generalstaatsanwalt) Eliot Spitzer hat das Aufräumen begonnen."

Warren Buffett: "In Amerika wird ein Klassenkrieg geführt, und meine Klasse gewinnt eindeutig."
Besorgt äußerte sich Buffett mit Blick auf den schwachen Kurs des Dollar. Die Verluste der US-Währung könnten zu einem ernsthaften Problem werden, das weit über die Finanzmärkte hinausginge, hieß es in dem am Wochenende verbreiteten Aktionärsbrief weiter.

"Als Amerikaner hoffe ich, dass ein gutes Ende für dieses Problem gefunden wird", zitierte die US-Ausgabe von Yahoo-Finance aus dem Schreiben. Eigenen Angaben zufolge hielt Berkshire zum Jahresende 2003 offene Devisenkontrakte in fünf Währungen im Gesamtwert von zwölf Milliarden Dollar. Buffet erklärte in diesem Zusammenhang, im Zuge des sich ausweitenden US-Handelsdefizites hätte er im Jahr 2002 begonnen, in ausländische Währungen zu investieren.

"In Amerika wird ein Klassenkrieg geführt"

Zugleich prangerte Buffett die Steuergeschenke der US-Regierung an. Die Administration unter Präsident Bush würde die reichen Amerikaner deutlich stärker entlasten. "In Amerika wird ein Klassenkrieg geführt, und meine Klasse gewinnt eindeutig", schrieb Buffett.

Buffett würde gern mehr Steuern zahlen und rief die restlichen reichen Amerikaner dazu auf, ihm hierbei zu folgen. Letzteres scheint aber nicht der Fall zu sein. Laut Buffett ist die Steuerlast für Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen zwischen den Jahren 1995 und 2003 um das Elffache auf zuletzt 3,3 Milliarden Dollar gestiegen, während sich die Gewinne seiner Gesellschaft in etwa verzehnfacht hätten. In demselben Zeitraum aber hätten alle US-Unternehmen allerdings durchschnittlich 16 Prozent weniger Steuern bezahlt.

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