Mittwoch, 14. November 2018

HVB Börsengang mit Geschmäckle

Die HypoVereinsbank teilt ihren Aktionären bereits im Oktober Aktien der Immobilienbank Hypo Group zu. Sie wird damit ein Kreditrisiko los. Ob aber auch die Anleger mit den Papieren Freude haben, hängt vom Verhalten der Münchener Rück ab.

München - Die zweitgrößte deutsche Geschäftsbank HypoVereinsbank Börsen-Chart zeigen will sich zum 6. Oktober von ihrem Immobilienfinanzierer Hypo Group trennen. Von diesem Tag an solle die Hypo Group mit einer eigenen Aktie an der Börse notiert werden, sagte ein HVB-Sprecher am Dienstag in München. Er bestätigte damit einen Bericht der Zeitung "Financial Times Deutschland".

Radikaler Umbau: Verwaltungsgebäude der HypoVereinsbank am Arabella-Park in München
Die nach dem Verlustjahr 2002 in der Sanierung stehende HVB will die gewerbliche Immobilienfinanzierung rückwirkend zum 1. Januar 2003 aus dem Konzern ausgliedern, um ihr Kreditrisiko zu verringern. Die Immobilienfinanzierung für Privatkunden bleibt bei der HVB.

Zuteilung: Ein Hypo-Anteil für vier HVB-Aktien

Die Hypo-Aktien werden dabei nicht wie bei einem klassischen Börsengang an außen stehende Investoren verkauft, sondern den HVB-Aktionären zugeteilt. Sie erhalten für jeweils vier HVB-Aktien einen Anteilsschein der neuen Gesellschaft.

Nach diesem "Spin-Off" steht es den Aktionären frei, ihre Hypo-Aktien zu behalten oder zu verkaufen. Wegen der Kreditrisiken und schwachen Margen der Hypo Group vor allem im Inlandsgeschäft rechnen Analysten damit, dass die neue Aktie bald nach ihrem Debüt unter Kursdruck geraten könnte.

Was macht die Münchener Rück?

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Münchener Rück, die nach dem Börsengang rund 25 Prozent an der Immobilienbank halten wird. Sollte sie sich zügig von den neuen Aktien trennen, dürfte dies den Kurs der Hypo-Aktie kräftig drücken.

Das Hypo-Management macht deshalb gut Wetter: Bereits in diesem Jahr werde der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate wieder profitabel arbeiten, hieß es. Keine der Einheiten der Hypo Real Estate werde Verluste schreiben, sagte Georg Funke, Chef der Immobilien-Einheit, der britischen "Financial Times". Die HVB Real Estate ist im Jahr 2001 aus der Verschmelzung von Nürnberger Hypothekenbank und Süddeutscher Bodencreditbank auf die Bayerische Handelsbank hervorgegangen.

Deutliche Kursgewinne trotz Rauswurf aus Euro-Stoxx

Der Muttergesellschaft bekommen die Spin-Off-Pläne jedoch gut: Die Aktie der HVB Börsen-Chart zeigen war am Dienstagvormittag mit einem Plus von zeitweise mehr als drei Prozent größter Gewinner im Dax Börsen-Chart zeigen. Dass die HVB am 22. September ihren Platz im Euro Stoxx 50 für den spanischen Versorger Iberdrola räumen muss, war am Markt bereits erwartet worden.

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