Sonntag, 16. Dezember 2018

Gold-Zack Plötzlich, aber nicht unerwartet

Und noch ein alter Neuer-Markt-Stern ist verglüht. Der ehemalige Gummiband-Spezialist, der sich später als Emissionshaus für Nemax-Werte betätigte, ist gescheitert und muss die Insolvenz-Eröffnung beantragen.

Mettmann - Was zahlreiche Experten bereits seit längerer Zeit erwartet hatten, ist nun eingetreten. Die Gold-Zack AG Börsen-Chart zeigen hat wegen Zahlungsunfähigkeit einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Die Aktie des Unternehmens, die zwischenzeitlich vom Handel ausgesetzt war, notierte am frühen Nachmittag bei 0,47 Euro, ein Minus von 45 Prozent gegenüber Vortag.

So fing alles an: Gold-Zack war lange Zeit Markführer für Gummibänder
Wie das Unternehmen per Ad-hoc-Meldung mitteilte, wurde am Freitag-Morgen entschieden, den Antrag beim zuständigen Amtsgericht einzureichen. Inwieweit die verbundenen Unternehmen hiervor betroffen sind, werde derzeit geprüft.

Weiter heißt es in der Meldung, der Vorstand habe während der vergangenen Wochen mit neuen Partnern einen Strategieplan erarbeitet. Aufgrund der kürzlich eingetretenen Entwicklungen bezüglich der zukünftigen Planung und nicht realisierten Zusammenarbeit mit diesen Partnern lasse sich für Gold-Zack jedoch ein Fortführungskonzept kurzfristig nicht realisieren.

Außerdem hätten verschiedene "vom Vorstand als sicher erachtete Zahlungseingänge noch nicht realisiert" werden können, darunter auch ein Teil der geplanten Kapitalmaßnahmen. Daher könne die Gesellschaft auf absehbare Zeit ihren Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen.

Barkapitalerhöhung brachte vier Millionen Euro

Die Zukunft des Unternehmens ist nach Angaben eines Sprechers noch völlig offen. Er könne derzeit nicht sagen, ob eine Fortführung der Gesellschaft unter den Möglichkeiten des Insolvenzrechts angestrebt werde oder ob am Ende die Liquidierung stehe, teilte der Sprecher auf Anfrage mit.

Noch am 20. Mai hatte Gold-Zack mitgeteilt, über eine Barkapitalerhöhung vier Millionen Euro eingenommen zu haben. Großinvestoren hätten insgesamt vier Millionen Aktien zum Preis von jeweils einem Euro gezeichnet. Die Kapitalerhöhung sollte im Zusammenhang mit der geplanten Neuausrichtung stehen.

Überkreuzbeteiligung gescheitert

Hintergrund des Insolvenzantrags ist die unlängst geplatzte Überkreuzbeteiligung mit der GB/AG Gesellschaft für Beteiligungen Börsen-Chart zeigen. Als Grund nannte das Unternehmen aus Mörfelden-Walldorf die wirtschaftlichen Verhältnisse der Gold-Zack AG. Nach abschließender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Gold-Zack habe der Vorstand von der vorbereiteten Überkreuzbeteiligung Abstand genommen.

Wörtlich hieß es in der Meldung: "Der Vorstand unserer Gesellschaft erteilte nach abschliessender Prüfung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Gold-Zack AG eine Absage ... Auch eine Zusammenarbeit, gleich in welcher Form, kommt für die GB/AG mit der Gold-Zack AG nicht in Frage." Damit war der geplante Firmenverbund von GB/AG, Gold-Zack und der Immobiliengruppe Aufina Holding gescheitert.

Mit der GB/AG und der Aufina wollte Gold-Zack einen Firmenverbund bilden, um damit das Immobiliengeschäft zur zweiten Unternehmenssäule zu machen. Geplant war demnach, dass Gold-Zack die Immobiliengruppe Aufina im Wege eines Aktientausches vollständig übernimmt und mit der GB/AG eine Überkreuzbeteiligung eingeht.

Die GB/AG sollte auf ihr geplantes Übernahmeangebot an die Aufina-Aktionäre verzichten und ihre 15,8-prozentige Beteiligung an Aufina im Wege einer Kapitalerhöhung gegen Sacheinlage in die Gold-Zack AG einbringen. Im Gegenzug sollte sich Gold-Zack an GB/AG mit 25,01 Prozent beteiligen.

Gold-Zack war im Beteiligungsgeschäft stark im Segment des ehemaligen Neuen Marktes aktiv. In finanzielle Schwierigkeiten war das Unternehmen vor allem durch die Insolvenz seiner Beteiligung Gontard & Metallbank Börsen-Chart zeigen geraten. Im vergangenen Jahr setzte die Gesellschaft ihr Grundkapital herab und wandelte eine Schuldverschreibung teilweise vorzeitig zu geänderten Bedingungen in junge Aktien, um ihre Eigenkapitalsituation zu verbessern.

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