Freitag, 22. Februar 2019

Porträt Wirtschaftsminister Werner Müller

Bonn - Der künftige Wirtschaftsminister Werner Müller ist einer der engsten energiepolitischen Berater des designierten Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD). Als ehemaliger Manager des Veba-Konzerns arbeitete der 52 Jahre alte Volkswirt seit Anfang der neunziger Jahre maßgeblich an den Vorschlägen Schröders für einen Energiekonsens und einen schrittweisen Atomausstieg mit.

Gleichwohl ist Müller kein Atomgegner. Er steht zu dieser Technologie, ließ sich bei seiner Beratertätigkeit für den künftigen Regierungschef aber von dem Gedanken leiten, daß auch die Stromversorger bei ihrem Handeln gesellschaftliche Realitäten wie den starken Widerstand gegen die Atomkraft in Deutschland berücksichtigen sollten.

Müllers 1979 begonnene Karriere bei der Veba verlief nicht wie geplant. Nachdem er Anfang der neunziger Jahre unter dem damaligen Vorstandsvorsitzenden Rudolf von Bennigsen-Foerder als Generalbevollmächtigter für Energiefragen arbeitete, galt er später als Anwärter auf einen Sitz im Konzernvorstand. Nach Differenzen mit dem neuen Vorstandschef Klaus Piltz bekam er mit einem Vorstandsposten bei der Veba Kraftwerke Ruhr AG (VRK) aber nur die Führungsposition bei einer Konzerntochter.

Im Oktober vergangenen Jahres verließ Müller überraschend die Veba. Zuvor kam es zu unterschiedlichen Auffassungen zwischen ihm und Konzernvorstand Ulrich Hartmann sowie dem Chef der bedeutenden Veba- Tochter PreussenElektra, Hans-Dieter Harig. Dabei ging es unter anderem um die Neuordnung des Veba-Kraftwerkebereichs.

Müller ist verheiratet und hat zwei Kinder. Neben seiner wirtschaftlichen Ausbildung studierte er Sprachwissenschaften und Musik. Seinen Doktor machte er in Musikwissenschaften. Für ein gutes Konzert soll er auch schon einmal übers Wochenende nach New York fliegen.

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