16.04.2003
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Kim Schmitz
Dr. Kimbles Wundermaschine

Von Tom Hillenbrand

2. Teil: Börsenzulassung steht aus

Börsenzulassung steht aus

Investoren, die an die Fähigkeiten von Kim Schmitz glauben, können bereits investieren. Unlängst schaltete Schmitz gar eine Anzeige in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", in der er für sein Start-up warb. "Kim Schmitz bietet Investoren neues Business", hieß es da.

Die Resonanz scheint verhalten zu sein: Nach Kimbles Angaben haben bisher lediglich die Gründer von Trendax Mittel in Höhe von 250.000 Dollar in das Unternehmen investiert. In den nächsten Monaten werde man jedoch zwei Millionen Dollar einsammeln, "um die Software zu optimieren und die Investmentfonds zu installieren".

Obwohl der "Trendax-CEO und Gründer" (Schmitz über Schmitz) mit seiner neuen Firma angeblich bereits in Hongkong aktiv ist und in Deutschland Gelder einzuwerben versucht, hat er bisher in keinem der beiden Länder eine Zulassung bei der Börsenaufsicht beantragt. Bei der Securities and Futures Commission (SFC) in Hongkong sind weder er noch sein Unternehmen registriert - obwohl er dies nach den dortigen Gesetzen eigentlich sein müsste.

Auch bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat man noch nie etwas von Schmitz' Firma gehört. Bafin-Sprecher Oliver Struck: "Weder der Trendax noch Herr Schmitz haben in Deutschland eine Vertriebsberechtigung beantragt." Mit dem Namen Trendax könnte Schmitz in Deutschland ohnehin Probleme bekommen - denn den hat sich das Tübinger Marktforschungsunternehmen Trendata bereits für eines seiner Computerprogramme schützen lassen.

Genialische Geister

Dass die "Geldmaschine" Trendax tatsächlich die versprochenen Traumrenditen erwirtschaften kann, versucht Schmitz mit einem Chart zu belegen, der den Trendax von Anfang 2000 bis Anfang 2003 im Vergleich mit dem Dow Jones Industrial Average zeigt. Während der Leitindex Dow in diesem Zeitraum etwa 25 Prozent einbüßte, hätte der Trendax ein Plus von 130 Prozent erzielt, behauptet das Unternehmen.

Wie diese Zahl zustande kommt und was so alles im Portfolio des Trendax angelegt wurde, bleibt unklar. Nach Schmitz' Angaben wurde das Trendax-System in einer "Backtesting"-Simulation "mit historischen Marktdaten gefüttert" - Ergebnis höchst positiv. Ähnlich famose Ergebnisse soll Dr. Kimbles elektronischer Fondsmanager in Zukunft im realen Betrieb erzielen.

Ein weiteres Mysterium ist das Trendax-Team, das im wahrsten Sinne des Wortes schemenhaft bleibt: Auf der Webseite sind lediglich die Umrisse der sechs Experten für "Banking, Trading, Mathematik, Computerwissenschaft, Financial Engineering und Netzwerksicherheit" abgebildet. Laut Werbeprospekt verfügen Schmitz' Experten über "exzellente Referenzen" und kombinieren "einzigartige Fertigkeiten mit einem Hauch von Genialität".

So viel Lorbeeren machen neugierig, doch Schmitz weigert sich vor dem offiziellen Starttermin auch nur die Namen der Teammitglieder bekannt zu geben, mit deren Expertise er wirbt. "Nur so viel, unser Team ist eine Symbiose aus Trading-Experten und Softwareentwicklern auf höchstem intellektuellen Niveau."

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