Mittwoch, 19. Dezember 2018

MLP Rölfs WP Partner im Visier der Staatsanwaltschaft

Verdacht der Bilanzmanipulation. Auch gegen den zuständigen Wirtschaftsprüfer wird ermittelt.

Mannheim - Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mannheim gegen den Finanzdienstleister MLP Börsen-Chart zeigen wegen Insiderhandels und Bilanzmanipulation haben sich ausgeweitet. Ins Visier der Ermittler ist auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft des Heidelberger Unternehmens gerückt. Die Ermittlungen liefen bereits seit längerem, das Verfahren sei schon vor Monaten eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwalt Hubert Jobski am Mittwoch. Laut Anlegermagazin "Börse Online" handelt es sich um die Gesellschaft Rölfs WP Partner.

Nach Einschätzung von Jobski wird sich das gesamte Verfahren noch über Monate hinziehen. Die Vorwürfe der Bilanzmanipulation und ein Sexskandal im Vorstand hatten das Heidelberger Unternehmen im vergangenen Jahr bis ins Mark erschüttert. Die Aktie des Finanzdienstleiters stürzte daraufhin rapide ab.

Ein MLP-Sprecher wollte sich am Mittwoch zu den laufenden Ermittlungen nicht äußern. Die Aussage der Staatsanwaltschaft, dass sich die Ermittlungen gegen den Finanzdienstleister noch mehrere Monate hinziehen werden, sei aber nichts Neues. Bei der Präsentation der vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2002 hatte Vorstandschef Bernhard Termühlen betont, die Vorwürfe gegen MLP seien "völlig substanzlos".

Um alle öffentlichen Vorwürfe zu entkräften, hat das Heidelberger Unternehmen inzwischen zwei renommierte Bilanzierungsexperten beauftragt. Für den Jahresabschluss 2002 wurden zudem extra zwei Wirtschaftsprüfungsgesellschaft engagiert. Eine davon ist die Gesellschaft Rölfs WP Partner.

Die Deutsche Börse hatte einen Tag vor der Veröffentlichung der Zahlen in der vergangenen Woche entschieden, dass MLP im Dax bleibt. Der angeschlagene Finanzdienstleister hatte das abgelaufene Geschäftsjahr 2002 mit einem herben Verlust abgeschlossen. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) brach von plus 151 Millionen Euro auf einen Fehlbetrag von 114,5 Millionen Euro ein. Der Umsatz stagnierte bei rund 1,06 Milliarden Euro.

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