Freitag, 14. Dezember 2018

Beschluß Fonds für NS-Opfer

54 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wollen Bundesregierung und deutsche Wirtschaft das offene Kapitel Entschädigungszahlungen an NS-Zwangsarbeiter endgültig abschließen.

Bonn - Bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern, bei dem auch Kanzleramtsminister Bodo Hombach anwesend war, begrüßte Bundeskanzler Gerhard Schröder die Errichtung der "Stiftungsinitiative deutscher Unternehmen: Erinnerung, Verantwortung und Zukunft". Der Fonds, dessen Höhe Insider auf zwei bis drei Milliarden Mark schätzen (genaue Angaben wurden nicht gemacht), soll möglichst zum 1. September wirksam werden.

Mit der Initiative werden den Gründern zufolge drei Ziele verfolgt: Einerseits soll eine Antwort auf moralische Verantwortung deutscher Unternehmen für NS-Unrecht gegeben, andererseits zukunftsweisende Projekte gefördert werden. Schröder ergänzte, somit könne auch künftigen Sammelklagen und Kampagnen gegen den Ruf Deutschlands begegnet werden. An den Gesprächen nahmen seitens der Wirtschaft Repräsentanten von Allianz, BASF, Bayer, BMW, Daimler-Chrysler, Degussa, Deutsche Bank, Dresdner Bank, Hoechst, Krupp-Hoesch, Siemens und Volkswagen teil.

Neben in den USA und Israel lebenden Juden sollen auch osteuropäische NS-Opfer vom Fonds profitieren, so Hombach in der "Berliner Zeitung". Die von Bonn mit Entschädigungszahlungen betraute deutsch-polnische Stiftung "Versöhnung" pocht laut "Tagesspiegel" auf Mitsprache bei der Regelung. Nach Angaben von Hombach soll eine "unabhängige Kommission" die Verteilung übernehmen. Auch die bundeseigene Post AG und die Deutsche Bahn werden sich an dem Fonds beteiligen, schreibt die "Berliner Zeitung".

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