Freitag, 16. November 2018

Günter Ogger Warum die Sicherungssysteme versagen

In diesem Kapitel seines Buches "Die Ego-AG" befasst Günter Ogger sich mit dem Gebaren der Banken. manager-magazin.de präsentiert den Text mit freundlicher Genehmigung des Autoren.

Obwohl Banken gegen innere und äußere Feinde besser geschützt sind als alle anderen Unternehmen, werden sie zunehmend zu einem Risikofaktor für die Volkswirtschaft. Wenn die Leute an der Spitze eines Geldhauses krumme Geschäfte machen, versagen sämtliche Sicherheitssysteme.

"Die Ego-AG": Das neue Buch von Günter Ogger
Zwar kann in einer Bank kein einzelner Cent das Haus unkontrolliert verlassen, aber ein paar hundert Millionen Euro sind schnell verschwunden, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Der Fall AIB

691 Millionen Dollar vergeigte der Devisenhändler John Rusnak aus Baltimore in der US-Filiale der Allied Irish Banks (AIB). Drei Jahre lang merkte die in Dublin beheimatete größte irische Bank nicht, dass da einer ihrer Angestellten ein großes Rad an den Devisenmärkten drehte und dabei immer tiefer in die Verlustzone geriet.

Wo das Geld geblieben ist, wissen die irischen Bankbosse offenbar bis heute nicht so ganz genau. Klar ist nur, dass Rusnak seine verlustreichen Geschäfte mit mindestens fünf Großbanken machte, darunter auch die Deutsche Bank.

Hier dürfte der größte Teil jener Dollars angekommen sein, die die Iren-Bank als Verluste abschreiben musste. Selbstverständlich sprachen sich die ranghöchsten Bosse von jeder Schuld frei und ließen dafür ein paar ihrer Untergebenen für den sechstgrößten Bankbetrug der Nachkriegszeit büßen.

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