Montag, 17. Dezember 2018

Art Investing Art Banking - was hat Kunst mit Banking zu tun?

Petra Arends, Executive Director Art Banking der UBS in Basel, beschäftigt sich in Ihrem Beitrag mit der Verbindung von vermögenden Privatkunden, die Kunst sammeln und den Privatbanken, die dieses Vermögen betreuen. manager-magazin.de präsentiert den Text mit freundlicher Genehmigung der Herausgeber.

Auf den ersten Blick gibt es scheinbar wenige Parallelen zwischen dem Bankgeschäft und der Kunst. Aber es besteht eine lange Tradition in der Verbindung von vermögenden Privatkunden, die Kunst sammeln, und den Privatbanken, die diese Vermögen betreuen. Viele Kunden sind Kunstfreunde, besitzen Sammlungen oder möchten Kunstwerke erwerben bzw. veräußern.

Der "ArtInvestor", ein Handbuch für Kunst.
In den letzten Jahren haben sich die Banken im Privatkundensegment und hier insbesondere im Bereich der sehr vermögenden Kunden den Ansatz einer maßgeschneiderten und auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden zugeschnittenen Beratung und Betreuung aus einer Hand zu eigen gemacht.

Neben der Wertpapieranlage gewinnen auch andere Vermögensbestandteile wie Beteiligungen, Versicherungen sowie Grundbesitz und Immobilien immer größere Beachtung, was zur Gründung von Abteilungen wie zum Beispiel Financial Planning und Wealth Management führte. Einige wenige Banken haben auch die Kunst in ihre Dienstleistungspalette mit aufgenommen, während andere Häuser sich vornehmlich mit dem Aufbau eigener Sammlungen beschäftigen. Andere wiederum nutzen die Kunst als Marketinginstrument im Rahmen des Kunstsponsorings oder haben eigene Stiftungen zur Unterstützung junger Künstler gegründet.

Keine Konkurrenz zum Kunstmarkt

Die UBS vereint unter dem Dach des Art Banking zum einen ihre Numismatikabteilung, die sich seit 30 Jahren mit dem An- und Verkauf von Münzen und Medaillen von der Antike bis zur Gegenwart beschäftigt. Der zweite Bestandteil ist das eigentliche Art Banking, das sich als Schnittstelle zwischen dem vermögenden Privatkunden, seinem persönlichen Berater und externen Dienstleistern versteht.

Dabei dient die Kunst sowohl als Door-opener zur Akquisition als auch zur Erhaltung der Zufriedenheit bei bestehenden Kunden. Die Bank sieht ihre Aufgabe darin, die Kunden von einem unabhängigen Standpunkt aus in allen Fragen und auf allen Gebieten der Kunst zu beraten und Kontakte zu ausgewiesenen Experten des Kunstmarktes herzustellen.

Keinesfalls möchte sich die Bank als Konkurrenz verstanden wissen, sondern immer nur als Ergänzung zum Fachwissen der jeweiligen Experten. Das gesamte Know-how eines Kunstexperten kann und will die UBS gar nicht anbieten. Die Mitarbeiter im Bereich Art Banking verfügen in erster Linie über eine langjährige Erfahrung im Bankgeschäft und im Umgang mit Kunden.

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