Dienstag, 12. Dezember 2017

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T-Aktie Sag' zum Absturz leise "Sorry"

Manfred Krug wirft Asche auf sein Haupt und bedauert sein Werbe-Engagement für die Telekom. Zum sechsten Geburtstag der "Volksaktie" zeigt er sich "bestürzt" über die Kursverluste. Er habe keine Ahnung von Aktien, sagt der Schauspieler. Den Anlegern nützt das wenig.

Berlin - Nach dem Ende des Börsenbooms bedauert der Schauspieler Manfred Krug (65) seine Werbung für die Telekom-Aktien. In einem Interview der "Bild am Sonntag" (BamS) zeigte er sich bestürzt über den Kursverfall und die Verluste der Anleger.

"Strafe muss sein" - Manfred Krug hat seine T-Aktien nicht verkauft.
Krug wörtlich: "Ich kann mich überhaupt nicht darüber freuen, dass ich mich verwendet habe für eine Sache, die nicht geklappt hat. Das ist kein gutes Gefühl." Er habe "keine Ahnung von Aktien und die T-Aktie Börsen-Chart zeigen selbst gekauft". Die Aktie sei sein erstes und bislang einziges Wertpapier.

Als "Selbstbestrafung" habe er seine T-Aktien behalten. "Das ist die Watschen, die ich mir selbst verpasst habe", sagte Krug. Er wirbt seit 1996 für die Telekom. Der Schauspieler hatte mit dazu beigetragen, dass weite Bevölkerungsteile ihre Skepsis gegen riskante Spekulationspapiere aufgaben und zu Aktionären wurden.

Im März vergangenen Jahres hatte Krug noch andere Täne angeschlagen. Einem geschädigten Aktionär, der sich bei dem Schauspieler wegen hoher Verluste durch die T-Aktie beklagt hatte, schrieb er: "Es liegt im Wesen der Aktien, daß sie unentwegt schwanken. Deshalb muß man sie gut beobachten."

"Wahrscheinlich konnten Sie den Hals nicht voll kriegen"

Zu allem Überfluss gab er dem Anleger einen Merkvers mit auf den Weg, der folgendermaßen lautete:

"Manchmal stehn die Aktien hoch,
und manchmal stehn sie niedrig,
ein Auf und Ab,
grad wie beim Arsch
vom alten Kaiser Friedrich."

Krug weiter: "Wahrscheinlich konnten Sie den Hals nicht voll kriegen und haben darauf gewartet, daß die Aktie steigt und steigt. Jetzt muß ich mir Ihr Gejammer anhören."

Der sechste Geburtstag war kein Freudentag

Zum sechsten Geburtstag der T-Aktie haben indes auch alle anderen Telekom-Aktionäre kein Grund zum Feiern. Neben dramatischen Kursverlusten müssen sie nun die nächste bittere Pille schlucken. Nach dem bislang höchsten Verlust eines Unternehmens im Deutschen Aktienindex Dax streicht das Management die Dividende für 2002.

Schlechte Nachrichten von der Börse kommen täglich, doch Hiobsbotschaften von der Telekom rütteln die Bundesbürger immer noch auf. "Die T-Aktie hat für Deutschland eine nationale Bedeutung wie keine andere", erkannte schon Ex-Telekom-Chef Ron Sommer. Dies war auch die eigentliche Ursache für den Rausschmiss des einst gefeierten Managers.

Die Telekom war indirekt Mit-Finanzier der "Telebörse"

Der Börsengang am 18. November 1996 gilt als Initialzündung für die neue Aktienkultur in Deutschland. "Die Telekom hat durch ihre Öffentlichkeitsarbeit die Aktie ins Bewusstsein der Deutschen gerückt", betont Franz-Josef Leven, Direktor beim Deutschen Aktieninstitut (DAI).

Unerwähnt lässt Leven, dass das Aktieninstitut einen erheblichen Teil dazu beigetragen hat, "die Aktie ins Bewusstsein der Deutschen" zu rücken. Das DAI (in dem auch die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen vertreten ist) gehörte, zusammen mit einigen Banken und der Deutschen Börse Börsen-Chart zeigen, über die "Deutsches Börsenfernsehen GmbH" (DBF) jahrelang zu den Geldgebern der Sendung "Telebörse" auf n-tv. Insgesamt wurde bis Ende 2000 ein mehrstelliger Millionenbetrag zur Verfügung gestellt, ohne dass allerdings der Zuschauer von dieser Art der Finanzierung erfuhr.

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