Freitag, 16. November 2018

Lufthansa Starterlaubnis für Preisbrecher

Mit "Germanwings" wird die Lufthansa im umkämpften Billigflugmarkt stärker mitmischen.

Dortmund - Die Starterlaubnis ist erteilt. Die Deutsche Lufthansa Börsen-Chart zeigen wird mit der neuen Eurowings-Billigfluglinie "Germanwings" ab Herbst ein Standbein im heftig umkämpften Billigflug-Markt haben. Der Aufsichtsrat der Dortmunder Fluggesellschaft Eurowings, an der die Lufthansa zu 24,9 Prozent beteiligt ist, hat dem Einstieg ins Billig-Segment wie erwartet zugestimmt.

"Unterschiedlicher Auftritt"

Ab Herbst wird Germanwings vom Heimatflughafen Köln/Bonn aus zunächst zehn bis 20 touristische Ziele in Europa anfliegen. Germanwings werde den Flugverkehr zunächst mit fünf Flugzeugen des Typs Airbus A319 aufnehmen, die bisher im Charterdienst eingesetzt waren, erklärte Eurowings-Chef Friedrich-Wilhelm Weitholz nach der Entscheidung. Eurowings, die im Streckennetz der Lufthansa Regionalflüge anbietet, und Germanwings, die dann ausschließlich das Billigflugsegment bedienen sollen, würden einen völlig unterschiedlichen Markenauftritt haben.

Die Lufthansa begrüßte die Entscheidung. Sie führe zu einer höheren Produktivität und größeren Wirtschaftlichkeit bei Eurowings, sagte ein Sprecher. Die deutsche Fluggesellschaft hat die Option, ihre 24,9-prozentige Beteiligung bis 2004 auf 49 Prozent aufzustocken.

Lufthansa selbst, die seit einiger Zeit zunehmend mit der immer zahlreicher werdenden preisgünstigen Konkurrenz kämpft, hatte die Gründung einer eigenen Billigfluglinie bisher abgelehnt. Als Vertreter der Lufthansa sitzt Passage-Vorstand Wolfgang Mayrhuber im Aufsichtsrat der Eurowings.

Zielgruppe von Germanwings seien Reisende, die bisher eher mit Bahn oder Auto unterwegs seien sowie sparwillige Geschäftsreisende. Die Flüge könnten per Telefon oder im Internet gebucht werden. Eurowings selbst wende sich weiter vor allem an Geschäftsreisende, erklärte Weitholz. Die Rolle der Regionalfluggesellschaft im Streckennetz der Lufthansa solle der Nachfrage entsprechend ausgebaut werden.

TUI, Ryanair, Easyjet und Buzz als Konkurrenz

In Deutschland ist der Wettbewerb unter den Billiganbietern zuletzt härter geworden. Jüngst gab auch der Touristikkonzern TUI den Einstieg ins Billigflug-Segment bekannt. Zuvor hatte bereits die irische Ryanair ihr Angebot in Deutschland stark ausgeweitet. Die britische Billiflug-Linie Easyjet erwarb außerdem die Option, die defizitäre Deutsche BA zu übernehmen. Daneben bieten auch die deutsche Germania und die KLM-Tochter Buzz Billigflüge von Deutschland aus an.

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