Sonntag, 25. September 2016

Cargolifter Die Chronik eines Absturzes

Der Cargolifter war eines der abenteuerlichsten Projekte der Luftfahrts-Geschichte. Ein riesiges Luftschiff war geplant, das Lasten bis zu 160 Tonnen von Kontinent zu Kontinent fliegen soll. Zwei Jahre nach dem Börsengang ist das ehrgeizige Vorhaben gescheitert. Die AG ist zahlungsunfähig. Eine Chronologie der Ereignisse.

September 1996:

Der gelernte Jurist Carl Freiherr von Gablenz gründet in Wiesbaden die Cargolifter AG. Unternehmensziele sind "Entwicklung, Bau, Betrieb und Vermarktung von Großluftschiffen zum weltweiten Transport großer und schwerer Güter".

Cargolifter-Aktie im Vergleich zum MDax (rot)
Geplant ist der Bau eines gigantischen Luftschiffs namens Cargolifter (CL) 160, das Lasten bis zu 160 Tonnen fortbewegen soll. Diese Idee stößt nicht überall auf Zustimmung, viele Fachleute halten diese Idee für nicht realisierbar.

Mai 1998: Symbolischer Spatenstich für die Werfthalle auf einem ehemaligen sowjetischen Militärflugplatz im brandenburgischen Brand.

Dezember 1998: Die Grundlagenplanung ist abgeschlossen. Mit 260 Metern Länge, 82 Metern Höhe und einem Durchmesser von 65 Meter soll der CL 160 noch größer werden als ursprünglich geplant.

Januar 1999: Der Bund und das Land Brandenburg gewähren eine Bürgschaft. Wunschtermin für den Jungfernflug ist der Sommer 2001.

Oktober 1999: Das 32 Meter lange Experimental-Luftschiff "Joey" hebt zum Erstflug ab.

Januar 2000: Cargolifter verlegt den Firmensitz nach Berlin.

Eine Computeranimation des CL 160
Der Vorstandsvorsitzende der Cargolifter AG, Carl-Heinrich Freiherr von Gablenz
Der Cargolifter CL 160, wie er geplant war
Die Werfthalle der Cargolifter AG
Das Experimentalluftschiff "Joey" der CargoLifter AG

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Mai 2000: Die Cargolifter AG Börsen-Chart zeigen geht an die Börse. Nach und nach zeichnen mehr als 70.000 Aktionäre. Am 30. Mai erfolgt die Erstnotiz. Der Ausgabepreis liegt bei 15 Euro, der erste Kurs bei 15,50 Euro.

Insgesamt wurden bei dem IPO 6,23 Millionen Aktien platziert. Dabei werden 270 Millionen Euro eingenommen. Das Emissionskonsortium bestand aus fünf Banken: Commerzbank (Konsortialführer), Bayerische Landesbank, Hauck & Aufhäuser, Schroder Salomon Smith Barney und Kling, Jelko.

November 2000: Die riesige Werfthalle in Brand wird eröffnet.

Januar 2001: Der europäische Flugzeugkonzern Airbus gibt Cargolifter einen Korb. Die Entwicklung des CL 160 verzögert sich.

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