Montag, 10. Dezember 2018

MLP Termühlen weist Vorwürfe scharf zurück

Die Aktie von MLP kann trotz aller Dementis die Gerüchte um mögliche Bilanzmanipulationen nicht abschütteln. Am Dienstag rutschte das Papier trotz der erwarteten guten Zahlen erneut ab.

 Schwer verärgert: Bernd Termühlen
Schwer verärgert: Bernd Termühlen

Der Heidelberger Finanzdienstleister MLP Börsen-Chart zeigen hat Berichte über angeblich geschönte Bilanzen erneut zurückgewiesen und seine Jahresprognose bekräftigt. "Wir haben keinen Grund, unsere Wachstumsprognose zu ändern. MLP verfügt über ein Geschäftsmodell, das dem Unternehmen über Jahre hohe Erträge sichert", sagte MLP-Vorstandschef Bernhard Termühlen. Die Aktie von MLP gab am Dienstag nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen rund sechs Prozent ab. Am Vortag hatte sie mehr als 16 Prozent hinzugewonnen.

Der Marktstratege Robert Halver von der Schweizer Privatbank Vontobel begründete am Dienstag die erneuten Kursverluste mit den anhaltenden Gerüchten über Bilanztricks. "Bis das vom Tisch ist, wird es noch eine Zeit dauern", sagte er. Die Marktteilnehmer hielten sich zurück, da die Risiken schwierig abzuschätzen seien. Die gesamte Finanzbranche komme dadurch zudem in Verruf.

Termühlen hatte zuvor mehrmals erklärt, dass MLP bis zum Jahr 2010 jährlich mit 30 Prozent wachsen will. Der Vorstandschef räumte allerdings ein, dass es nach den Kurs-Turbulenzen der vergangenen Tage zunächst zu einem Rückgang des Geschäfts kommen könnte.

"Wir haben keinen Schuldenberg aufgebaut"

MLP hatte in der vergangenen Woche Berichte des Magazins "Börse Online" über mögliche Bilanzmanipulationen entschieden zurückgewiesen. Der Konzern behält sich rechtliche Schritte gegen das Magazin vor. Die Aktie hatte darauf an zwei Handelstagen mehr als 30 Prozent ihres Wertes verloren.

Der MLP-Vorstandsvorsitzende Bernhard Termühlen hatte den Bericht als "in sich widersprüchlich und falsch" bezeichnet. Der Artikel könne Teil einer Aktion zur Kursmanipulation sein. Nach Worten Termühlens habe MLP keinen Schuldenberg aufgebaut. Es bestehe auch keinerlei Rückzahlungsverpflichtung gegenüber Rückversicherern, betonte Termühlen.

Es könne keine Rede von einem Darlehen sein, wie "Börse Online" berichte, ebensowenig bestehe ein Stornorisiko für die Rückversicherer. Die Arbeitsweise der Prüfungsgesellschaft von MLP sei über jeden Zweifel erhaben, fügte Termühlen hinzu. Die gesamte Konzernbilanz von MLP sei testiert und zeige das Gegenteil zu den Vorwürfen der Ertragsoptimierung.

Keine Sonderprüfung der Bilanz 2001

MLP bediene sich des völlig üblichen Rückversicherungsgeschäfts, wobei die Risiken auf den Rückversicherer übertragen würden, räumte Termühlen ein. Die in dem Bericht erwähnten Schulden von 150 Millionen Euro seien abschließend vereinnahmt. MLP arbeite als Makler nicht, wie in der Branche üblich, frontgeladen, sondern verteile die Abschlussprovision für Teile des Geschäfts als laufende Vergütung. Sonst wäre der Konzerngewinn 2000 und 2001 um 50 Millionen Euro höher ausgefallen, sagte Termühlen weiter.

Der MLP-Konzern will die Bilanz 2001 vorerst nicht durch eine andere Wirtschaftsprüfungsgesellschaft prüfen lassen, sagte Termühlen. Die Bilanz sei auch dem Bundesaufsichtsamt für das Versicherungs- und das Kreditwesen vorgelegt worden. Die Behörden hätten die Zahlen nicht beanstandet.

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