Freitag, 14. Dezember 2018

MLP Termühlen weist Vorwürfe scharf zurück

2. Teil: Aktionärsschützer: "Schlimmer als Enron"

Ob MLP rechtliche Schritte gegen das Magazin "Börse Online" einleiten werde, sei noch nicht entschieden. Möglicherweise werde von anderer Seite rechtlich gegen das Blatt vorgegangen, da im Vorfeld des Artikels von einer "hoch gehenden Bombe" gesprochen worden sei.

Warum Hedge-Fonds immer wieder MLP angriffen, liege möglicherweise an der vergleichsweise schwerer zu lesenden Bilanz. Zudem sei MLP ein Wachstumsunternehmen mit einem höheren KGV und damit umso anfälliger für Kursmanipulationen.

Schutzgemeinschaft fordert Sonderprüfung

Die Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) zweifelt trotz aller Beteuerungen des Managements den MLP-Jahresabschluss an. Die bisherigen Stellungnahmen der MLP AG zu den Vorwürfen der fragwürdigen Bilanzierung seien "völlig ungenügend", hatte die SdK am Montag erklärt. Die Schutzgemeinschaft forderte eine Sonderprüfung durch eine renommierte internationale Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. In der vergangenen Woche hatte ein SdK-Sprecher erklärt, "das ist ein Sachverhalt, der schlimmer als bei Enron ist."

SdK: MLP-Prüfer haben zweifelhaften Ruf

Die MLP-Jahresabschlüsse seien nach SdK-Angaben seit dem Börsengang 1986 de facto von derselben Prüfungsgesellschaft, der Rölfs WP Partner AG Düsseldorf, testiert worden. Diese prüfe außer der umstrittenen Securenta AG keine größeren Gesellschaften. "Rölfs hat wegen der Securenta, die nach einem Gerichtsurteil ein Schneeball-System betreibt, schon einen zweifelhaften Ruf", sagte der SdK-Sprecher.

Der neue Wirtschaftsprüfer solle nicht nur für das laufende Jahr tätig werden, sondern auch für die zurückliegenden Jahresabschlüsse mit einer Sonderprüfung beauftragt werden.

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