Donnerstag, 25. August 2016

Deutsche Börse Nach Rekordjahr weiteres Wachstum angestrebt

Bei harter Arbeit seiner Untertanen verspricht Börsenchef Seifert grenzenloses Wachstum.

Frankfurt/Main - Die Deutsche Börse Börsen-Chart zeigen hat trotz der Krise an den Finanzmärkten im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erzielt und strebt 2002 weiteres Wachstum an. "Wenn das Unternehmen weiter hart und einfallsreich arbeitet, zeichnen sich keine Grenzen des Wachstums ab", zeigte sich Vorstandssprecher Werner Seifert zuversichtlich. "Wir erwarten ein Wachstum in allen Segmenten und eine Wiederbelebung am Aktienmarkt", ergänzte Finanzvorstand Mathias Hlubek. Umsatz und operatives Ergebnis sollen um zehn bis 15 Prozent steigen, teilte die Börse am Dienstag in Frankfurt mit.

Am Tag der Bilanzpressekonferenz legten die Aktien der Deutschen Börse AG deutlich zu. Die Papiere kletterten am Nachmittag um 3,92 Prozent auf rund 49 Euro. Offenbar setzten Investoren darauf, dass die Deutsche Börse von anziehenden Aktienmärkten profitieren werde, hieß es aus dem Handel.

Umsätze der Terminbörse Eurex stark gestiegen

Im vergangenen Jahr verdankte die Börse ihr Rekordergebnis vor allem dem florierenden Handel an der Terminbörse Eurex. Hier stiegen die Umsätze um 68 Prozent an, während die Umsätze am Kassamarkt um mehr als zwölf Prozent im vergangenen Jahr verringerten. Das bestätige die Strategie der Börse, auf unterschiedliche Ertragsquellen zu setzen, erklärte Hlubek.

Insgesamt stiegen die Umsätze der Deutschen Börse im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 760,3 Millionen Euro. Der Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte um um 28 Prozent auf 278,1 Millionen Euro. Die Deutsche Börse bestätigte damit die vorläufig bekannt gegebenen Zahlen vom 18. Feburar.

Aufsichtsrat und Vorstand der Deutschen Börse werden der Hauptversammlung wie bekannt vorschlagen, die Dividende auf 0,36 (Vorjahr: 0,30) Euro zu erhöhen. Dennoch gewinnen die Aktien am Tag der Bilanzpressekonferenz deutlich. Offenbar setzten Investoren auch darauf, dass die Deutsche Börse von anziehenden Aktienmärkten profitieren werde, hieß es aus dem Handel.

Seifert: Übernahmeangebot ein "Aprilscherz"

Spekulationen über ein Übernahmeangebot der Deutschen Börse an die Londoner Börse LSE bezeichnete Vorstandschef Werner Seifert als Aprilscherz. Von Übernahmeplänen hatte der "Sunday Telegraph" am Wochenende unter Berufung auf Bankenkreise berichtet.

Allerdings will die Deutsche Börse ihrem Aktiengeschäft mehr Gewicht verleihen. Das könne durch Übernahmen geschehen, den Ausbau des Handels mit ausländischen Papieren oder indem die Börse für andere etwa die Abwicklung übernimmt. "Ich kann da nichts ausschließen", sagte Börsenchef Werner Seifert.

In diesem Jahr soll der Ergebnisbeitrag der elektronischen Börse Xetra wieder steigen. 2001 hinterließ dort die Schwäche an den Aktienmärkten tiefe Spuren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern brach um gut die Hälfte auf 38,4 Millionen Euro ein. Außerdem hofft die Deutsche Börse, noch in diesem Jahr ihr Handelssystem Xetra in den USA einführen zu können. Bislang erlaubt die amerikanische Wertpapieraufsicht SEC nur Systeme aus dem eigenen Land.

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