Montag, 19. November 2018

Übernahme Britische Post kauft German Parcel

Die Konzentrationswelle in der europäischen Logistik-Branche rollt weiter. Nach den Zukäufen der Deutschen Post kaufen sich nun die Briten in Deutschland ein.

Frankfurt/London - Die staatliche britische Post (Post Office) hat mit der German Parcel Paket-Logistik GmbH (GP) den viertgrößten Paketdienst Deutschlands erworben. Post Office sei ab sofort alleiniger Gesellschafter von German Parcel, teilten die beiden Unternehmen mit. Die Kaufsumme wurde nicht genannt. Arbeitsplätze seien durch die Übernahme nicht gefährdet, sagte der Vorsitzende von German Parcel, Rico Back, in Frankfurt. German Parcel prüfe derzeit, ob sich ein Einstieg in den deutschen Markt für Briefzustellungen lohne. Der Postmarkt soll im Jahr 2003 liberalisiert werden.

Post Office übernehme auch die 60 Franchise-Betriebe, die bisher im Besitz der 24 mittelständischen Gesellschafter von German Parcel waren, sagte Back. In einer System-Partnerschaft sollen die ehemaligen GP-Gesellschafter weiter im Unternehmen integriert bleiben. "German Parcel bleibt auch künftig als strategisch und operativ unabhäniges Unternehmen bestehen", fügte Back hinzu. Es sei nicht vorgesehen, britische Manager in der Geschäftsführung einzusetzen.

Auch bestehende Kooperationen mit dem Hamburger Eilzusteller "Der Kurier" und dem Hermes Versand Service GmbH & Co KG würden weitergeführt, sagte Back. Im Gegenteil: "Für uns gewährleistet der neue finanzstarke Gesellschafter, daß zum Nutzen unserer Kunden bestehende Geschäftsfelder weiter ausgebaut und neue erschlossen werden können", erklärte Back. So ergebe die Liberalisierung des deutschen Briefzustellmarktes Chancen für private Unternehmen. Der Einstieg müsse aber profitabel sein. Eine endgültige Entscheidung werde deshalb erst nach eingehender Prüfung gefällt.

Die britische Post hat mit der Übernahme ihre Fühler in den europäischen Zustellermarkt ausgestreckt. Nach der Einschätzung von Branchenkennern will sich Post Office in den Wettbewerb um den entstehenden europäischen Zustellermarkt einschalten. Für den Vorsitzenden John Roberts ist Deutschland als geographisches Zentrum von Europa ein wichtiger Markt. "Mit der Gesellschaftsübernahme ist uns ein erster entscheidender Schritt gelungen, um The Post Office als weltweit agierendes Logistikunternehmen zu positionieren", sagte er in London.

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