Samstag, 18. November 2017

Motorola Neue Entlassungswelle nach schwachem Quartal

Nach Verlusten fallen weitere 7000 Stellen weg. Insgesamt verlieren 39.000 Menschen ihren Job.

Chicago - Der Halbleiter- und Telekomkonzern will nach eigenen Angaben vom Mittwochnachmittag (MEZ) im laufenden Jahr weitere 7000 Stellen streichen. Damit steige die Gesamtzahl der abzubauenden Arbeitsplätze im laufenden Jahr auf 39.000. Zuvor hatte der Konzern von einem Verlust für das dritte Quartal berichtet, der im Rahmen von Analysten-Erwartungen lag.

Motorola-Chef Robert Growney sagte Analysten auf einer Telefonkonferenz, von den weiteren Stellenstreichungen entfielen 4000 auf den Verkauf von Geschäften, die restlichen würden über andere Maßnahmen wegfallen. Mit den 39.000 Stellen, die nunmehr in diesem Jahr wegfallen sollen, würde sich die Gesamtzahl der Motorola-Beschäftigten bis Jahresende um 26 Prozent verringern.

Motorola hatte am Dienstag nach Börsenschluss in Chicago mitgeteilt, der operative Verlust ohne Einmalbelastungen habe 153 Millionen Dollar oder sieben Cents je Aktie betragen. Im Vorjahr hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 643 Millionen Dollar oder 28 Cents je Aktie erwirtschaftet. Der Umsatz sei auf 7,41 (9,49) Milliarden Dollar gesunken. Der Nettoverlust inklusive der Einmalbelastungen betrug allerdings 64 Cents je Aktie.

Keine Prognose für das Jahr 2002

Motorola hatte bereits Anfang September mit Hinweis auf die Schwäche des Mobilfunk- und Halbleitermarktes für das dritte Quartal einen Verlust zwischen fünf und acht Cents je Aktie und einen Umsatz von 7,5 Milliarden Dollar vorausgesagt. Nach den Ereignissen am 11. September sei es nun schwierig, einen spezifischen Zeitpunkt für eine globale Erholung zu nennen.

Mobilfunk-Sparte kehrt in Gewinnzone zurück

Der Mobilfunk-Bereich des Unternehmens sei allerdings bereits im dritten Quartal und nicht wie erwartet im vierten Quartal in die Gewinnzone zurückgekehrt. Auch der Marktanteil von Motorola sei in diesem Bereich gestiegen. Das Unternehmen habe im dritten Quartal auch seine Schulden um 2,4 Milliarden Dollar reduziert, hieß es weiter.

Einmalbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Dollar

Einschließlich Einmalbelastungen in Höhe von zwei Milliarden Dollar habe der Netto-Verlust im dritten Quartal 1,4 Milliarden Dollar oder 64 Cents je Aktie betragen. Die Einmalbelastung stamme aus Kostensenkungsmaßnahmen und Rückstellungen für notleidende Kredite. Das Unternehmen will nach früheren Angaben bis zum Jahresende 32.000 Stellen streichen und damit die Mitarbeiterzahl um 22 Prozent reduzieren.

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