Mittwoch, 14. November 2018

Heyde Wer wusste vorher Bescheid?

Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel hat eine förmliche Insider-Untersuchung eingeleitet.

Frankfurt - Das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BAWe) hat eine förmliche Untersuchung wegen Insiderhandels mit Aktien der Bad Nauheimer Heyde AG eingeleitet. In diesen Aktien habe es im Vorfeld einer Ad-hoc-Mitteilung vom 23. Februar 2001 auffällige Verkäufe und entsprechend deutliche Kursrückgänge gegeben, sagte eine Sprecherin.

Nun würden eventuelle Querverbindungen zwischen möglichen Insidern in und außerhalb des Unternehmens und Verkaufsaufträgen bei diversen Banken geprüft. Dies könne einige Wochen dauern, hieß es. Am 23. Februar hatte Heyde deutlich unter den Erwartungen liegende Zahlen für 2000 vorgelegt.

In der damaligen Ad-hoc-Meldung war unter anderem zu lesen: "Insbesondere das für die ganze Branche überraschend schwache 4. Quartal drückte den Umsatz um mehr als 19 Millionen Mark unter das erstrebte Umsatzziel. Das vorläufige operative Ergebnis (Ebit) nach US-GAAP belief sich auf knapp 3 Millionen Mark und blieb damit erheblich unter dem Planansatz. Dafür sind zwei wesentliche Gründe ausschlaggebend: eine Reihe von Sonderentwicklungen, die zu einer Planabweichung in Höhe von nahezu 20 Millionen Mark führte, sowie die negative Marktdynamik im 4. Quartal bei gleichbleibender Kostenbasis."

Die Heyde AG wollte zu der nun eingeleiteten Untersuchung nicht Stellung nehmen. Auf einer Pressekonferenz am 28. Februar hatte der neue Vorstandsvorsitzende Dirk Wittenborg mitgeteilt, von den in einem Pool-Vertrag gebundenen Aktien der damaligen Vorstandsmitglieder Dieter Heyde, Reinhard Pelz, Bertram Salzinger und Otto Wagner seien seit dem Börsengang keine Stücke verkauft worden. Dies sei von allen vier Personen versichert worden.

Wie die Nachrichtenagentur vwd aus gut informierten Kreisen erfuhr, soll das ehemalige Vorstandsmitglied Matthias Sohler, der heute im Vorstand der Direkt Anlage Bank sitzt, im Vorfeld des betreffenden Zeitpunkts in größerem Umfang Heyde-Aktien abgestoßen haben.

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