Samstag, 21. Juli 2018

Brokat "Kursziel Null Euro"

Analysten stellen der Software-Firma ein verheerendes Zeugnis aus und prognostizieren die Pleite. Die Aktie wird zum Spielball der Zocker.

Hamburg - Die Krise bei Brokat weitet sich aus. Einige Analysten sehen die angeschlagenen Software-Firma als hoffnungslosen Fall und äußern die Ansicht, das Ausmaß der Verschuldung sei zu spät erkannt worden. Nun droht die Pleite.

Das Bankhaus Metzler hatte mit einer ungewöhnlichen Analyse den Aktienkurs von Brokat in die Knie gezwungen. Die Aktienexperten haben das Kursziel für die gebeutelten Papiere des M-Commerce-Spezialisten mit null Euro angegeben und zum Verkauf geraten. Nach Ansicht von Marktbeobachtern ist dies ein einmaliger Vorgang in der deutschen Börsengeschichte.

Das Unternehmen selbst wollte sich zu der Studie nicht äußern. Pressesprecher Reiner Jung sagte, dass Analysteneinschätzungen nicht kommentiert würden. Zudem halte Brokat seine Hauptversammlung am kommenden Donnerstag ab. Dort würde den Aktionären das Zukunftskonzept der Firma vorgestellt.

Metzler erwartet eine baldige Pleite

"Das Kursziel null soll signalisieren, dass das Unternehmen in Liquiditätsschwierigkeiten steckt", sagte Lothar Lubinetzki, Analyst beim Bankhaus Metzler, zu manager-magazin.de. Sollte es Brokat nicht gelingen, frische Mittel zu bekommen, werde die am Neuen Markt und an der Nasdaq notierte Firma Anfang kommenden Jahres voraussichtlich pleite sein.

Derzeit scheine eine Erholung auf Grund der hohen Verbindlichkeiten nicht möglich. Anders als Intershop habe Brokat mit seinem Programm zur Kostenreduzierung zu spät begonnen. Selbst wenn es der Firma gelingen sollte, wie angekündigt im vierten Quartal 15 Millionen Euro einzusparen, werde dies vermutlich nicht helfen. Der Fixkosten-Block bleibe zu hoch.

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