Montag, 17. Dezember 2018

Siemens Neuanfang unter eigenem Namen

Der Elektrokonzern gliedert seine Halbleitersparte aus. Das neue Unternehmen soll in Kürze an die Börse. Für Siemens ist der Produktbereich bislang ein Verlustgeschäft.

München - Siemens wird seinen Halbleiterbereich mit 25.000 Beschäftigten zum 1. April ausgliedern und unter einem völlig neuen Namen an die Börse bringen. Die neue Firma wird Infineon Technologies AG heißen und ihren Sitz in München haben. Bis zum Börsengang voraussichtlich Ende des Jahres oder Anfang 2000 bleibt das neue Unternehmen 100prozentige Tochtergesellschaft des größten deutschen Elektrokonzerns.

Das in der neuen Gesellschaft gebündelte Halbleiter-Geschäft erreichte im vergangenen Geschäftsjahr 1997/98 (30. September) einen Umsatzanstieg um 14 Prozent auf 6,7 Milliarden Mark, wies aber aufgrund des Chip-Preisverfalls einen hohen Verlust von 1,2 Milliarden Mark aus.

Der enorme Kapitalbedarf der Halbleiterindustrie lasse sich am besten über die Börse finanzieren, erklärte Ulrich Schumacher, bisheriger Vorsitzender des Halbleiterbereichs und künftig Infineon-Vorstandschef. Aufgrund der allgemeinen Marktbelebung habe sich die Ergebnislage des Halbleiterbereichs zum Jahresanfang 1999 bereits deutlich gebessert.

In der Rangliste der größten Halbleiterhersteller weltweit rangiert das neue Unternehmen den Angaben zufolge auf Platz zehn. Dem Umsatzvolumen nach handele es um die größte High-Tech-Ausgliederung eines Konzerns in der europäischen Industrie.

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