Mittwoch, 21. November 2018

VW Adieu, Plattformstrategie

Die Wolfsburger wollen durch einen radikalen Wechsel der Produktionsstrategie ihre Fertigungskosten drastisch senken. Konzernchef Ferdinand Piëch läutet damit das Aus für die starre Plattformtechnik ein.

Wolfsburg - Volkswagen werde ein modulares, flexibleres Fertigungssystem einführen, sagte Piëch dem "Wall Street Journal Europe".

Durch das neuen System sollen in wesentlich größerem Umfang als bisher gleiche Bauteile in verschiedenen Autos verwendet werden können. Bis 2005 soll es komplett eingeführt sein.

Einsparungen in Milliardenhöhe

Dann gebe es elf modulare Systeme statt der bisherigen vier Plattformen. Bis zu 1000 Mark an Einsparung werde dies pro Fahrzeug bringen; der VW-Konzern werde über mehrere Jahre Beträge in Milliardenhöhe sparen, sagte sagte Piëch weiter.

Der Konzernchef schraubte die Renditeerwartungen für die Konzernmarken VW und Audi auf langfristig acht Prozent hoch. Die bisher gesetzten 6,5 Prozent im Konzern waren nicht erreicht worden.

Piëch erwartet Rekordergebnis

Zum Ergebnis in diesem Jahr kündigte der VW-Chef an, der Konzern werde möglicherweise die Kapitalrendite von neun Prozent übertreffen. Schon bei den Zahlen nach neun Monaten hatte VW das bisherige Rekordergebnis von 1998 nahezu erreicht.

Bei einem Umsatz von 125,4 Milliarden Mark (64,1 Milliarden Euro) wurde ein Ergebnis nach Steuern von 2,238 Milliarden Mark erzielt.

Düstere Aussichten für Inlandsmarkt

Volkswagen schließe das Jahr 2000 voraussichtlich mit einem neuen Produktionsrekord ab und werde mehr als fünf Millionen Fahrzeuge verkaufen, erklärte Piëch weiter. Dieses Ziel werde "mit einer Wahrscheinlichkeit von 99 Prozent" erreicht. Die Marktschwäche in Deutschland könne durch erhöhte Absatzzahlen in anderen Regionen der Welt ausgeglichen werden.

Auf längere Sicht äußerte sich Piëch skeptisch zur Situation in der Bundesrepublik. Erfreulich entwickele sich der Diesel-Absatz. Die Nachfrage sei derzeit so hoch, dass VW bei Diesel derzeit nicht voll lieferfähig sei.

© manager magazin 2000
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH