Samstag, 18. November 2017

Alle Artikel und Hintergründe

DMG Mori Seiki Japaner wollen ehemalige Gildemeister übernehmen

Montage bei DMG Mori Seiki in Bielefeld: Der japanische Partner Mori Seiki will seinen Anteil von aktuell 24 auf mehr als 50 Prozent steigern

Ein Übernahmeangebot treibt die Aktie des Werkzeugmaschinenbauers DMG Mori Seiki auf ein Rekordhoch. Der gleichnamige japanische Partner will die ehemals als Gildemeister bekannte westfälische Firma übernehmen. Jobs und Standorte in Deutschland sollen erhalten bleiben.

Bielefeld - Der gleichnamige japanische Partner bietet für die früher als Gildemeister bekannte Firma 27,50 Euro je Aktie. Damit will Mori Seiki seinen Anteil von zuletzt gut 24 Prozent auf mehr als 50 Prozent ausbauen.

Die Japaner sind seit 2009 eng mit dem westfälischen Unternehmen verbunden. Die deutsche DMG Mori Seiki wiederum hält knapp zehn Prozent an ihrem Partner.

Anleger spekulieren offenbar auf einen höheren Preis: Der Kurs von DMG Mori Seiki Börsen-Chart zeigen zog am Donnerstag um bis zu 12,3 Prozent auf den Rekordwert von 28,73 Euro an.

Von der Übernahme erhofft sich der Chef des Bielefelder Unternehmens, Rüdiger Kapitza, Wachstumspotenzial. "Mit zusammen 11.600 Mitarbeitern und rund 3,5 Milliarden Euro Umsatz werden wir Weltmarktführer", sagte er.

DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic zeigte sich vom Zeitpunkt des Übernahmeangebots überrascht. Schließlich hatte Konzernchef Kapitza im März gesagt, er könne sich als möglichen Zeitpunkt für einen Zusammenschluss das Jahr 2020 vorstellen. Experte Terzic geht davon, dass die Absicht, die Beteiligung weiter auf über 75 Prozent zu erhöhen, positiv für eine weitere mögliche Wertsteigerung sei.

Kein Jobabbau in deutschen Werken geplant

Ein Jobabbau in deutschen Werken ist angeblich nicht geplant. "Der Standort Bielefeld etwa hat sich toll entwickelt und bleibt wichtig", sagte Kapitza der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Donnerstag. Auch die übrigen Werke und Standorte in Pfronten (Bayern), Seebach (Thüringen), Idar-Oberstein (Rheinland-Pfalz) und Hüfingen (Baden-Württemberg) stünden keineswegs zur Disposition. "Es gibt keine Problemfelder und keine Pläne, Mitarbeiter abzubauen". DMG Mori Seiki hat weltweit 145 Standorte.

Auch die Besetzung des Managements werde sich zunächst nicht verändern, sagte Kapitza. Sein Vertrag als Vorstandschef laufe bis Ende 2017. "Auch darüber hinaus werden selbstverständlich weiterhin deutsche Manager im Vorstand sitzen". Jedoch sei es aufgrund seines Alters von bald 60 Jahren absehbar, dass der rund zehn Jahre jüngere Masahiko Mori perspektivisch "die Nummer 1" in einem gemeinsamen Unternehmen werde.

Formal muss sich der Vorstand der deutschen DMG noch zu dem Angebot äußern. Laut Mitteilung hat dieser aber bereits zugesagt, die Übernahme vorbehaltlich einer Prüfung zu unterstützen. Kapitza sagte, der entsprechende Plan sei gemeinsam mit dem japanischen Partner im Laufe der vergangenen gut dreieinhalb Jahre entstanden.

la/reuters/dpa

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH