Montag, 10. Dezember 2018

DaimlerChrysler Schrempp gründet Vollbank

Konzernchef Jürgen Schrempp wird Bankinhaber. Die Dienstleistungstochter Debitel baut das Geschäft mit Finanzdienstleistungen zur Vollbank aus. Diese soll europaweit agieren.

Berlin - Das Angebot der Bank werde etwa Tagesgeldkonten, spezielle Sparpläne und auch Investmentfonds umfassen, erklärte Debis-Chef Klaus Mangold am Freitag. Das neue Finanzhaus wird "DaimlerChrysler Bank" heißen.

Die Palette soll durch Angebote entlang der Fahrzeug-Finanzierung abgerundet werden. "Wir positionieren uns damit noch stärker entlang der Auto-Wertschöpfungskette", sagte Mangold. Die Investitionskosten für die Bank bezifferte er auf 20 bis 30 Millionen Euro.

Europaweiter Aktionsradius

"Wir gehen von einem großen Schub durch das Bankgeschäft aus", sagte Mangold, ohne Zahlen zu nennen. Die DaimlerChrysler Bank werde neben Deutschland auch Niederlassungen in weiteren europäischen Ländern aufbauen.

Eine europäische Lizenz sei mit der deutschen Vollbanklizenz verbunden. Bis die Lizenz von den Behörden genehmigt werde, könne es aber noch einige Monate dauern, sagte Mangold.

Sitz in Stuttgart

Seinen Worten zufolge wird der Sitz der Bank in Stuttgart sein, die internationalen Aktivitäten der Bank würden von Berlin aus gesteuert. Die Bank werde auch eine Kredit- und Kundenkarte anbieten, teilte das Unternehmen weiter mit.

Bei dem Angebot an Investmentfonds werde man mit Partern aus der Finanzbranche zusammenarbeiten, sagte Mangold ohne Namen zu nennen. Dies habe man beim Debis-Angebot etwa bei Flugzeugfonds auch schon in der Vergangenheit gemacht.

Kundenpotenzial und Markenkraft nutzen

"Wir wollen das Bankgeschäft nicht etwa neu erfinden, aber erweitern", sagte Mangold. Man sehe sich dabei nicht als Konkurrenz zu den Hausbanken des Konzerns.

Mangold betonte, der große Kundenstamm des DaimlerChrysler Konzern berge ein große Potenzial. Debis verfüge über sechs Millionen Kunden, Mercedes Benz über neun Millionen und Chrysler über 19 Millionen.

Die Bank trage den Namen von DaimlerChrysler und nicht von Debis aufgrund der größeren Ausstrahlung des Markennamens, sagte Mangold. Die Stuttgarter folgen mit der Bankgründung dem Beispiel anderer Automobilkonzerne wie etwa Volkswagen und Ford.

Verkauf von Debitel Telekom verschoben

Mangold sagte ferner, Debis werde in diesem Jahr den Umsatz des Vorjahres übertreffen können. Dies werde vor allem durch den Ausbau des Flottenmanagements bei Flugzeugen und Autos erreicht.

Den zehnprozentigen Anteil am Telekommunikations-Konzern Debitel werde man nicht wie geplant in diesem Jahr, sondern erst Anfang des nächsten verkauft, sagte Mangold weiter. Dies gehe auf Wünsche des Debitel-Mehrheitseigners Swisscom zurück.

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