Mittwoch, 25. Mai 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Gerüchte um 200-Milliarden-Vermögen Der Reichtum des Wladimir Putin

Flugzeuge, Uhren, Öl-Aktien: Was Putin besitzen soll
Fotos
DPA

Flugzeuge, Jachten, Paläste und Unmengen an Geld auf Konten in der Schweiz oder Liechtenstein - über den Reichtum von Russlands Präsidenten Putin wird seit Jahren spekuliert. Ein Kenner der Materie hat jetzt eine 200-Milliarden-Dollar-Behauptung in die Welt gesetzt.

Hamburg - Der amerikanische Hedgefonds-Gründer und Russland-Kenner Bill Browder hat Spekulationen über den Reichtum des russischen Präsidenten Wladimir Putin neue Nahrung gegeben. In einem Interview mit dem US-Sender CNN schätzte Browder das private Vermögen Putins auf 200 Milliarden Dollar.

Damit wäre der russische Präsident nicht nur der reichste Mann Russlands und Europas, sondern gleich der ganzen Welt. Gängige Reichstenlisten etwa vom US-Magazin "Forbes" führen derzeit Microsoft-Gründer Bill Gates als reichsten Menschen auf dem Planeten, mit einem Vermögen von knapp 80 Milliarden Dollar.

Tatsächlich weiß Browder über Russland mehr als manch anderer in der Finanzbranche. Mit seinem Investmentunternehmen Hermitage Capital Management war er früher ein Unterstützer Putins und galt zeitweise als größter Auslandsinvestor des Landes. Die Hermitage-Investments in Russland beliefen sich einem Bericht der "Welt" zufolge zeitweilig auf bis zu vier Milliarden Dollar.

Dann wendete sich jedoch das Blatt: Browder geriet mit dem Kreml überkreuz, 2005 wurde ihm die Einreise nach Russland verweigert. Später wurden seine Firmen in Putins Reich mit dem Vorwurf der Steuerhinterziehung liquidiert. Browders Anwalt in Russland starb einige Zeit später in Haft unter ungeklärten Umständen. Aus dem Putin-Freund Browder war ein erbitterter Gegner des Kreml-Chefs geworden.

Flugzeuge, Jachten, Paläste

In seinem Interview mit CNN sagte Browder nun, einige Leute würden Putin für den reichsten Mann der Welt oder einen der reichsten halten. In den 14 Jahren, die Putin an der Macht sei, habe das Land eine Menge Geld gemacht, das nicht in Schulen, Straßen oder Krankenhäuser gesteckt worden sei. All dieses Geld, so Browder, befinde sich in Immobilien, auf Schweizer Bankkonten, in Aktien oder Hedgefonds, verwaltet für Putin und seine Getreuen.

Insbesondere in den ersten acht bis zehn Jahren an der Spitze, so Browder im CNN-Interview, sei es Putin vor allem darum gegangen, so viel Geld wie möglich beiseite zu schaffen.

Tatsächlich erlebte die russische Wirtschaft zu Beginn der 2000er Jahre, als Wladimir Putin erstmals das Präsidentenamt übernommen hatte, einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Wachstumsraten lagen regelmäßig bei 7 bis 8 Prozent. Spekulationen, der frühere KGB-Offizier könnte in dieser Zeit gemeinsam mit anderen heutigen Oligarchen enorme Reichtümer angehäuft haben, gibt es schon lange.

Die Russland-Expertin Karen Dawisha von der Miami University in Ohio beispielsweise taxierte Putins Vermögen zuletzt in einem Buch auf etwa 40 Milliarden Dollar. Der russische Präsident verfüge über Flugzeuge, Jachten, Paläste sowie eine Uhrensammlung im Wert von 700.000 Dollar, so die Autorin.

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH