Die beiden anderen potenziellen Bieter, die amerikanisch-europäischen Börsenbetreiber, Nyse Euronext und Nasdaq OMX, hätten keine Offerte abgegeben. Die Wiener Börse war dagegen von Anfang an vom zuständigen Schatzministerium als möglicher Käufer ausgeschlossen worden, weil sie der Hauptkonkurrent der Warschauer Börse in Zentral- und Osteuropa sei. Lediglich an einer Minderheitsbeteiligung interessiert seien die Bank Pekao und Banco Espirito Santo, hieß es.
Die Analyse des Angebots der Deutschen Börse wird laut Ministeriumssprecher Maciej Wewior frühestens nächste Woche abgeschlossen sein. Erst dann könne das Ministerium Angaben über die Gestaltung der weiteren Verhandlungen machen. Die Angebotsfrist lief am vergangenen Freitag aus.
Die Deutsche Börse hatte am vergangenen Freitag ihr Angebot für die Börse in Warschau abgegeben. Über die Höhe des Angebots war nichts bekannt geworden, Kreise berichteten über eine mögliche Barzahlung in Millionenhöhe. Zudem solle das Angebot ein Konzept für die Weiterentwicklung des polnischen Marktplatzes enthalten.
Die polnische Regierung will die Börse privatisieren und hatte zunächst um Angebote für einen Anteil zwischen 51 und 74 Prozent gebeten. An der Börse in Warschau werden rund 350 Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 150 Milliarden Euro gehandelt. Für die Deutsche Börse wäre vor allem die Umstellung des Aktienhandels in Warschau auf ihr elektronisches Handelssystem Xetra von Interesse, sagen Kenner.
manager-magazin.de mit Material von Nachrichtenagenturen
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