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19.11.2012
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Kita-Fonds

Die Rotzlöffel-Rendite

Kindergarten in Dortmund: Für die Finanzierung der Einrichtungen kommen zunehmend geschlossene Fonds infrage
DPA

Kindergarten in Dortmund: Für die Finanzierung der Einrichtungen kommen zunehmend geschlossene Fonds infrage

Die Idee ist einfach und doch relativ neu: Investoren legen Geld zusammen, bauen eine Kindertagesstätte und kassieren die vergleichsweise sichere Miete. Derartige geschlossene Fonds sind im Kommen - und eignen sich auch für Privatanleger.

Frankfurt am Main - Lärmende und tobende Kinder in der Kita: Was für manche Zeitgenossen eine Ruhestörung bedeutet, klingt für Anleger neuerdings wie Musik in den Ohren. Denn seit kurzem haben Fondsanbieter Kindertagesstätten als potenzielle Renditequelle entdeckt - und zwar mit Immobilienfonds, mit denen in Kita-Gebäude investiert wird. Der Deal: Kinder und Kindergärtner bekommen ein neues Haus, die Anleger eine ordentliche Rendite aus den Mieten.

Der Gedanke dahinter erscheint auf den ersten Blick einleuchtend: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts fehlen noch 220.000 Kita-Plätze für Kinder unter drei Jahren, damit die Kommunen zum 1. August 2013 die Garantie für das Betreuungsangebot einlösen können.

Der Bedarf an neuen Kitas ist also groß. Und Immobilien gelten in Zeiten drohender Inflation und niedriger Zinsen trotz ersten Anzeichen einer Blase auf dem Markt für Einfamilienhäuser und Wohnungen immer noch als gute Anlage. Bei Kita-Fonds locken Renditen, die über dem aktuellen Zinssatz für Tagesgeld von derzeit höchstens 2 Prozent liegen. Dafür muss man aber auch bereit sein, selbst unternehmerische Risiken einzugehen.

Lange Mietverträge für Anleger attraktiv

Im Gegenzug erhalten die Anleger den Zugang zu einer bodenständigen Anlageklasse, die mitten im Leben vieler Menschen steht. "Kita-Fonds sind die logische Fortsetzung der Kette von Immobilienprodukten, die an den Lebenszyklus des Menschen anknüpfen", sagte Wolfgang Kubatzki, Mitglied der Geschäftsleitung der Ratingagentur Feri EuroRating.

Ähnlich wie Pflegeeinrichtungen oder Studentenheime könnten auch Kindertagesstätten über Jahre hinweg eine hohe Einnahmensicherheit bieten. Ein Grund dafür ist die Dauer der Mietverträge, die sich in der Regel über einen Zeitraum von 20 oder mehr Jahren erstrecken. Zudem gelten die Kommunen, Kirchen oder privaten Betreiber der Kindertagesstätten als zahlungskräftig genug, um jährliche Mietsteigerungen zu verkraften - oder trotz knapper Kassen verkraften zu müssen.

Den ersten Fonds dieser Art hatte die in Luxemburg ansässige Gesellschaft Aviarent Capital Management aufgelegt. Diese kaufte im Oktober 2011 ein ehemaliges Schulgebäude in Essen und wandelten es in einen Kindergarten um, in dem mehr als ein Drittel der Plätze Kleinkindern unter drei Jahren vorbehalten ist.

Im aktuellen Fonds der Luxemburger sind etwa 30 Objekte mit einem Volumen von mehr als 50 Millionen Euro enthalten. Der Kindertagesstätten-Fonds von Aviarent richtet sich speziell an professionelle Investoren wie Pensionskassen oder Versicherer.

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