Frankfurt am Main - Die Aktionäre der Deutschen Telekom müssen sich auf magere Zeiten einstellen. Der Bonner Konzern prüfe eine Kürzung der Dividende um bis zu ein Drittel, berichtet das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf Informationen von der Kapitalseite im Aufsichtsrat. Mit dem Schritt sollen dem Blatt zufolge mehr finanzielle Mittel freigesetzt werden - etwa für den Ausbau schneller Glasfaser- und Mobilfunknetze sowie für Investitionen in neue Geschäftsfelder.
Ein Telekom-Sprecher sagte lediglich, dass es keine neue Aussage zur Dividende 2013 gebe. Für 2012 könnten sich die Aktionäre weiterhin auf die getroffene Dividendenaussage verlassen. Für dieses Jahr soll an die Aktionäre 70 Cent je Titel gezahlt werden.
Aktienrückkäufe eingerechnet hatte die Telekom ihren Aktionären für die Jahre 2010 bis 2012 eine Ausschüttungssumme von 3,4 Milliarden Euro versprochen. Der Vorstand wolle auch für die Jahre 2013 bis 2015 die Höhe der Ausschüttung vorab festlegen. Dagegen soll sich aber der Bund als größter Anteilseigner des Konzerns bislang gesträubt haben, schreibt die Zeitung.
Sollte die Deutsche Telekom
die Dividende kürzen, folgte sie damit der Praxis anderer europäischer Telekom-Konzerne. Die Aktien der Konzerne gerieten daraufhin unter Verkaufsdruck. Im Sommer hatte die spanische Telefonica wegen der hohen Schuldenlast die Dividende für 2012 sogar gestrichen.
Börsenneuling O2 verstärkt die Auswahl in der Branche
Dagegen hatte der Börsenneuling O2 angekündigt, rund 500 Millionen Euro an Dividende ausschütten zu wollen. Das entspricht einer Dividendenrendite von rund 9 Prozent und würde die der Telekom übersteigen. In den kommenden Jahren wolle O2 die Ausschüttungen sogar noch steigern. Gut möglich also, dass so mancher T-Aktien-Investor künftig umschwenkt und in die Aktien des Wettbewerbers investiert, heißt es unter Analysten.
Anleger reagierten am Freitag mit Verkäufen. Die T-Aktie gab mehr als 3 Prozent auf 8,62 Euro nach und war damit schwächster Wert im Dax.
Telekom muss Entschädigung an Telegate zahlen
Zusätzlich unter Druck geriet das Papier, weil die Telekom laut Bundesgerichtshof weitere 50 Millionen Euro Entschädigung an die Telefonauskunft Telegate
zahlen muss.
Die Telefonauskunft habe über Jahre für Telefonbuchdaten überhöhte Preise an die Telekom entrichtet, teilte Telegate mit. Bereits im Juli war zugunsten Telegates eine Zahlung in Höhe von 47,2 Millionen Euro verfügt worden. An der Börse stieg die Telegate-Aktie um rund 9 Prozent auf 6,54 Euro.
rei/rtr/dpa-afx
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