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01.11.2012
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Trotz Goldrausch

Minenaktien enttäuschen Anleger

Von Dirk Wohleb

Alle Welt will Gold: Aber Goldminenaktien? Die Skepsis überwiegt. Im Bild eine Mine eines Joint Ventures von Barrick Gold und Goldcorp bei Santo Domingo
dapd

Alle Welt will Gold: Aber Goldminenaktien? Die Skepsis überwiegt. Im Bild eine Mine eines Joint Ventures von Barrick Gold und Goldcorp bei Santo Domingo

Gold notiert wieder über 1700 Dollar je Unze und ist als Krisenwährung gefragt. Die Aktien von Goldminen hinken jedoch hinterher, denn viele Minen sind erschöpft. Einige Übernahmekandidaten aus der zweiten Reihe sind interessant - doch Anleger sollten sich von niedrigen KGVs nicht blenden lassen.

Hamburg - Gold zählt zu den Topinvestments. In den vergangenen drei Jahren konnten sich Käufer von Barrengold und anderen Direktinvestments über einen Wertzuwachs (in Dollar) von 60 Prozent freuen. Denn die Nachfrage ist hoch: In Zeiten der Euro-Krise sind Sachwerte gefragt.

Dagegen fällt die Performance von Goldminenaktien dürftig aus: Der FTSE Gold Mines Index, der die Wertentwicklung der wichtigsten Goldminenbetreiber weltweit abbildet, legte im gleichen Zeitraum nur um 10 Prozent zu. Im vergangenen Jahr verlor der Index sogar 16 Prozent.

Normalerweise reagieren die Goldförderer mit einem Hebel auf Kursanstiege des Edelmetalls. Wenn also der Goldpreis um 10 Prozent zulegt, steigen die Aktien der Minenbetreiber um ein Vielfaches. Doch diese Gesetzmäßigkeit scheint nicht mehr zu gelten.

Vor allem die Performance der großen Minenbetreiber wie Barrick Gold Chart zeigen oder Ashanti Gold enttäuscht. Das Problem: Viele Minen sind erschöpft. Die Anbieter haben jahrzehntelang die Exploration neuer Vorkommen vernachlässigt. Sie können die Fördermenge jetzt nicht weiter ausdehnen.

Niedriges KGV der Minenaktien sagt nichts aus

Im Gegenteil: Viele haben Probleme, das aktuelle Niveau zu halten. Zwischen 2006 und 2011 gab die Goldfördermenge der acht größten Produzenten weltweit im Schnitt pro Jahr um 2 Prozent nach. Ihre Aktien waren daher wenig gefragt. Das vermeintlich günstige Kurs-Gewinn-Verhältnis, das immer wieder als Argument für Goldminenaktien genannt wird, macht als Maßstab wenig Sinn.

Vor allem die Leistungsfähigkeit der vorhandenen Lagerstätten und Minen bestimmen zukünftige Umsätze und Erträge. Und hier sieht es oft mau aus.

"Generell von billigen Goldminenaktien zu sprechen ist ein Mythos", sagt Joachim Berlenbach, Berater mehrerer Gold- und Rohstofffonds bei der Earth Resource Investment Group im Schweizer Zug: Während der Goldpreis zwischen 2006 und 2011 um 21 Prozent pro Jahr zulegte, wuchs der Gewinn der acht größten Goldminenbetreiber vor Steuern und Zinsen gerade einmal um acht Prozent. Von einem Hebel auf den Goldpreis könne also keine Rede sein.

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