Donnerstag, 23. Februar 2012, 06:34 Uhr

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28.01.2012
 

Service-Nummern

Warteschleifen-Abzocke kostet Bürger 150 Millionen Euro

Warteschleifen kosten Nerven und bei teueren Servicenummern auch Geld
DPA

Warteschleifen kosten Nerven und bei teueren Servicenummern auch Geld

"Bitte haben Sie einen Moment Geduld" - Solche Ansagen bei Telefon-Warteschleifen kam Bundesbürgern im vergangenen Jahr teuer zu stehen. Die Regierung will die Abzocke verbieten - doch das geplante Telekommunikationsgesetz ist löchrig, sagen Kritiker. 

Berlin - Das berichtet die "Saarbrücker Zeitung" (Samstag). Demnach hingen die Deutschen 2011 bei den 0900-Nummern rund 48 Millionen Minuten in der Warteschleife. Bei durchschnittlichen Kosten von 1,20 Euro pro Minute belaufe sich die Gesamtsumme auf 58 Millionen Euro, so die Grünen. Bei den 0180-Nummern harrten die Bürger 616 Millionen Minuten geduldig am Telefon aus. Bei durchschnittlichen Minutenkosten von 14 Cent seien somit 86 Millionen Euro in die Kassen von Unternehmen ohne Gegenleistung geflossen. Den Grünen zufolge fußt die Berechnung auf Branchenzahlen.

Bund und Länder wollen die Abzocke verbieten. Der Bundesrat hatte jedoch im November ein vom Bundestag verabschiedetes neues Telekommunikationsgesetz mit Änderungswünschen in den Vermittlungsausschuss verwiesen. Strittig sind vor allem andere Aspekte der Reform wie der Ausbau schneller Internetverbindungen in ländlichen Gebieten.

In dem Gesetz ist vorgesehen, dass ein Jahr nach Inkrafttreten Warteschleifen nur noch bei Gratis-Nummern oder für Anrufe bei normalen Ortsvorwahlen geschaltet werden dürfen. Zulässig sollen sie auch bleiben, wenn für den Anruf ein Festpreis gilt oder die angerufene Firma die Kosten trägt.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn sagte der Zeitung, die Abzocke gehe unvermindert weiter. Die Bundesregierung tue zu wenig, um konsequent dagegen vorzugehen. Höhn kritisierte, dass es bei der geplanten Neuregelung "ein riesiges Schlupfloch gibt, weil Bandansagen und Menüauswahl nicht unter die Kostenfreiheit fallen". Am 8. Februar tagt erneut der Vermittlungsausschuss.

mh/dpa

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