London - Die Ratingagentur Fitch hat wie angedroht die Kreditwürdigkeit von fünf Ländern der Eurozone - darunter Italien und Spanien - herabgestuft. Die Bonitätsnote der dritt- beziehungsweise viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone sei gleich um zwei Noten gesenkt worden, teilte Fitch am Freitagabend in London mit. Auch für Slowenien ging es um zwei Noten nach unten. Bei Belgien und Zypern wurde die Kreditwürdigkeit um eine Note gesenkt. Das Rating von Irland wurde hingegen bestätigt.
Die Herabstufung begründete die Agentur mit der Verwundbarkeit der Euro-Länder gegenüber monetären und finanziellen Schocks. Der Ausblick für alle Länder ist negativ: Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Herabstufung in den kommenden zwei Jahren ist demnach hoch. Der Euro gab kurzzeitig seine Gewinne gegenüber der US-Währung ab und fiel auf 1,3178 Dollar - um gleich darauf wieder mit 1,3208 auf den höchsten Stand seit Mitte Dezember zu klettern.
Italien, das mit einer Expertenregierung unter Mario Monti gegen eine immense Staatsverschuldung kämpft, wurde auf A-minus von A-plus abgesenkt. Die Abstufung wäre noch schärfer ausgefallen, hätte sich die Regierung in Rom nicht derart klar zu einem Abbau des Defizits und Strukturreformen verpflichtet, erklärte Fitch.
In Spanien habe sich der wirtschaftliche und fiskalische Ausblick verschlechtert. Die Bonitätsnote sinke daher von "AA-" auf "A". Zypern ('BBB-') und Slowenien ('A') wurden vor allem wegen Problemen im Bankensektor herabgestuft. Bei Irland (BBB+) verzichtete Fitch trotz der Drohung auf eine Herabstufung. Belgien hat jetzt nach der Herabstufung mit "AA" (bisher "AA+") die drittbeste Note im System von Fitch.
S&P hatte vor zwei Wochen neun Euroländer schlechtere Noten für ihre Kreditwürdigkeit verpasst: Europas zweitgrößte Volkswirtschaft Frankreich sowie Österreich verloren ihre Bestnoten "AAA". Deutschland behielt indes sein Spitzenrating.
Schlechtere Bonitätsnoten erschweren es Schuldnern in der Regel, sich frisches Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Neben Frankreich und Österreich stufte S&P auch Italien, Spanien, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Malta und Zypern herab. In der Folge büßte auch der Euro-Rettungsschirm EFSF sein Top-Rating ein. Die Märkte reagierten allerdings gelassen auf die Herabstufungen.
rei/dpa/reuters
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