Frankfurt am Main - Aktien des Dieselmotorenbauers Deutz
sind am Dienstag wegen aufflammender Übernahmefantasie kräftig ins Plus gesprungen. Die Titel verteuerten sich am Nachmittag in der Spitze um rund 7,5 Prozent auf 4,51 Euro. Wie die Internetseite www.engine-trade.com zwischen den Jahren berichtete, soll die chinesische Weichai Group an der Übernahme interessiert sein. Deutz-Papiere sind seit September vergangenen Jahres im MDax notiert. Der Index selbst stand mit rund 0,56 Prozen im Plus.
"Es gibt einen Presseartikel aus einer chinesischen Zeitung, dass der Weichai-Chef an einer Beteiligung von 20 Prozent an Deutz interessiert sei", sagte ein Deutz-Sprecher. "Dass es ein Übernahmeangebot gibt, kann ich aber nicht bestätigen."
Deutz unterhält mit Weichai ein Gemeinschaftsunternehmen in China. Dies habe aber einen vergleichsweise geringen Umfang und beziehe sich auf Motoren einer älteren Generation, die nicht mehr in Deutschland gefertigt würden, sagte der Sprecher. Deutz hat mit dem Traktorenhersteller Same Deutz-Fahr einen Ankeraktionär, der eine Sperrminorität von knapp über 25 Prozent hält. "Same fühlt sich mit der Beteiligung wohl", sagte Sprecher weiter.
Analyst erwartet keine Übernahme
Händler in Frankfurt meinten, der Artikel sorge für "Übernahmefantasie", da der Bericht zum Jahreswechsel bisher kaum wahrgenommen worden sei. Auch technisch dürften nun mit den anziehenden Handelsumsätzen in dem Papier neue Anleger auf den Plan gerufen werden. Mit dem neuen Zwischenhoch seit zwei Monaten habe sich das Chartbild bei den Aktien des Maschinenbauers weiter aufgehellt.
"Ich halte die Gerüchte über ein Übernahmeinteresse der Weichai Group derzeit noch für sehr spekulativ", sagte Analyst Christian Ludwig vom Bankhaus Lampe. Deutz kooperiere bereits mit den Chinesen. Daraus könnte die Spekulation entstanden sein und das Interesse könnte auch vorhanden sein. Allerdings habe Deutz zwei Ankeraktionäre, die einer Übernahme im Wege stehen dürften. Denn diese seien teilweise auf Lieferungen des Unternehmens angewiesen und dürften entsprechend nicht daran interessiert sein, Deutz in fremde Hände zu geben. Ludwig bewertet die Deutz-Aktie aktuell mit "Kaufen" und dem Kursziel 6,80 Euro.
Ein anderer Analyst hält eine Übernahme für "sehr unwahrscheinlich". Allerdings würde ein Interesse den guten Ruf des Dieselmotorenbauers im wichtigen chinesischen Markt untermauern. Das würde die Stimmung für die Aktien, die er zum Kauf empfiehlt, weiter verbessern.
rei/dpa-afx
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