Washington - Seit vergangenem Jahr verhandelt der Vize- Finanzminister für die amerikanische Regierung die diffizile und für das verbündete Deutschland prekäre Frage der Entschädigung ehemaliger NS-Zwangsarbeiter. Mit Otto Graf Lambsdorff, dem deutschen Regierungsbeauftragten, hat er den idealen Partner auf der anderen Seite. Beide Politiker sind von ähnlicher Statur und geschickte Unterhändler.
Bei Verhandlungen ohne erkennbare Regung: Eizenstat (vorn) und sein Verhandlungsgegner Lambsdorff
Oft schon wurde er in heikler Mission eingesetzt. Dem hageren, hoch gewachsenen Mann geht der Ruf voraus, als unermüdlicher Verhandler auch aus verfahrenen Situationen einen Ausweg zu finden. Tritt er in die Öffentlichkeit, verbirgt sein Gesicht jede innere Regung.
Von 1993 bis 1996 war er Botschafter in Brüssel, als es mit den Beziehungen der USA zur EU nicht immer zum Besten stand. 1997 rief ihn Clinton kurfristig aus Brüssel ab. Er brauchte ihn als "Feuerwehrmann" und übertrug ihm die Leitung der amerikanischen Delegation bei der bevorstehenden Klimakonferenz in Rio.
Mit den dunklen Kapiteln der deutschen Vergangenheit war er schon mehrfach befasst. In der Schweiz spürte er dem von den Nazis geraubten Gold nach. Mit der Schweiz führte er Verhandlungen über das dorthin verbrachte Nazi-Gold. Er kümmerte sich um offene Vermögensfragen des Holocaust.
Finden jetzt die Verhandlungen über die Entschädigung der Zwangsarbeiter ein befriedigendes Ende, ist Eizenstat wieder frei für neue heikle Missionen.
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