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09.11.2011
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Keine Krise

Deutsche Post erfreut Aktionäre

Post-Zentrale in Bonn: Der Quartalsbericht des Logistikunternehmens kam an der Börse gut an
DPA

Post-Zentrale in Bonn: Der Quartalsbericht des Logistikunternehmens kam an der Börse gut an

Die Deutsche Post bekommt die allgemeine Krisenstimmung nicht zu spüren. Sowohl bei Umsatz als auch bei Gewinn legte der Ex-Staatskonzern im dritten Quartal zu. Der Vorstand hebt daher die Prognose - und die Anleger greifen bei der Aktie zu. 

Frankfurt am Main - Keine Krise bei der Deutschen Post Chart zeigen: Nach einem überraschend starken dritten Quartal schraubt der Logistikkonzern die Gewinnerwartungen für das laufende Jahr herauf. Dank eines boomenden Paket- und Expressgeschäfts soll der operative Gewinn (Ebit) nun die Marke von 2,4 Milliarden Euro überschreiten, wie der Dax-Konzern am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. "Unser Wachstumstrend ist ungebrochen", sagte Post-Chef Frank Appel. Zwischen Juli und September profitierte die Post besonders von ihrem starken Engagement in den Wachstumsmärkten, etwa in Asien, und schnitt besser ab als von Analysten erwartet.

Die Post-Aktie reagierte am Morgen mit Kurgewinnen auf die Nachrichten. Kurz nach Handelsbeginn legte das Papier als bester Dax-Wert um rund 5 Prozent zu.

Trotz der Turbulenzen infolge der Staatsschuldenkrise und einer teilweise schwächelnden Konjunktur sorgt sich die Post-Spitze bislang kaum um das eigene Geschäft. "Wir sind weder arrogant noch naiv", sagte Appel. Das konjunkturelle Klima könnte durchaus rauer werden. "Aber unsere Frühwarnsysteme geben uns bisher noch keine Hinweise auf eine bevorstehende, besorgniserregende Abschwächung unseres Geschäfts."

Briefsparte verdient mehr

Im dritten Quartal verdiente die Post in allen Sparten deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Der operative Gewinn kletterte konzernweit um 19 Prozent auf 646 Millionen Euro. Der Überschuss legte, getrieben von Bilanzierungseffekten im Zuge des Postbank-Verkaufs, sogar um 70 Prozent auf 385 Millionen Euro zu. Ohne den Postbank-Effekt hätte sich der Anstieg auf 13 Prozent belaufen. Der Umsatz wuchs lediglich um knapp 3 Prozent auf 13,1 Milliarden Euro. Rechnet man Währungseinflüsse und den Verkauf von Beteiligungen heraus, wäre das Wachstum allerdings doppelt so stark ausgefallen.

Besonders gut entwickelte sich der Gewinn der Briefsparte, zu der auch das deutsche Paketgeschäft zählt. Der größte Konzernbereich, der unter der Konkurrenz von E-Mail und Fax leidet, konnte seinen Gewinn trotz stagnierender Erlöse um fast 17 Prozent auf 302 Millionen Euro steigern. Dazu trug vor allem das brummende Geschäft der Versandhändler im Internet bei. Der Versand von Paketen und Päckchen zog im dritten Quartal auch im Vergleich zum ersten Halbjahr noch einmal an.

Kräftig wuchs die Nachfrage in der Konzernsparte DHL, in der das internationale Paket-und Expressgeschäft, der Frachtbereich und die Lieferketten-Logistik gebündelt sind. Dabei kam dem Konzern die starke Nachfrage aus Asien zugute: So wurde die Hälfte aller zeitkritischen DHL-Sendungen (Time Definite International - TDI) nach, aus oder innerhalb Asiens verschickt. Der operative Gewinn der DHL-Bereiche legte um 15 Prozent auf 440 Millionen Euro zu. Damit steuerte DHL den Großteil zum Unternehmensgewinn bei.

cr/dpa-afx

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