Frankfurt am Main - Der Dax
schloss am Donnerstag 0,9 Prozent fester bei 6221 Zählern. Sowohl der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt als auch die Handelsbilanz für Juli waren etwas besser ausgefallen als erwartet.
Zu den größten Gewinnern im Dax zählten Bankentitel: Die Aktien der Commerzbank
gewannen 2,6 Prozent, die der Deutschen Bank verteuerten sich um 2,1 Prozent. Händlern zufolge legten sich die Sorgen um Belastungen durch schärfere Eigenkapitalvorschriften für die Branche etwas.
Auch die US-Börsen notierten zu Handelsschluss in Europa im Plus. Der Dow Jones
stieg um 0,7 Prozent, der S&P500 um ein Prozent. Der Nasdaq Composite
legte um 0,8 Prozent zu.
US-Jobdaten besser als erwartet, Handelsdefizit schrumpft
Unerwartet gute Wirtschaftsdaten sorgten für Kauflaune: In der zurückliegenden Woche haben so wenige Amerikaner erstmalig einen Antrag auf Arbeitslosenhilfe gestellt wie seit zwei Monaten nicht mehr. Da die US-Wirtschaft zu 70 Prozent vom privaten Konsum abhängt, werden gute Anzeichen vom Arbeitsmarkt an der Börse besonders begrüßt.
Zudem verringerte sich das US-Außenhandelsdefizit im Juli mehr als erwartet, da die Exporte auf das höchste Niveau seit August 2008 stiegen.
Goldman Sachs im Blick
Im Fokus der Anleger lag die Aktie von Goldman Sachs
. Nach einer Rekordbuße in den USA muss die US-Großbank nun auch in Großbritannien eine saftige Strafe zahlen. Die dortige Finanzaufsicht FSA wirft dem mächtigen Wall-Street-Haus vor, sie nur unzureichend über die Ermittlungen der US-Kollegen wegen Anlegerbetrugs unterrichtet zu haben. Daher verhängte die Behörde eine Buße von umgerechnet 21,2 Millionen Euro. Die Goldman-Aktie folgte dennoch dem allgemeinen Markttrend und stieg zum Auftakt um 1,8 Prozent.
Gewinnmitnahmen bei Versorgern
Höhere Folgekosten des Atom-Kompromisses belasteten laut Händlern die Versorgertitel. In Regierungskreisen und von Koalitionspolitikern wurden am Donnerstag Medienberichte bestätigt, wonach die Abgabe für die Verlängerung der Laufzeit über die vereinbarten neun Euro pro erzeugter Megawattstunde Atomstrom hinaus steigt, wenn der Strompreis nach 2017 steigen sollte.
Solch eine flexible Regelung dürfte das Gewinnpotenzial der Versorger langfristig schmälern, urteilten die Analysten von Merck Finck. RWE zählte zu den wenigen Verlierern im Index.
MAN profitiert von Subventionen in Brasilien
Gesucht waren am Donnerstag die Aktien des Lkw- und Maschinenbauers MAN, die sich an ihr Zwei-Jahres-Hoch von Ende Juli heranarbeiteten. Die brasilianische Regierung habe den Zeitraum für die Gewährung von Lkw-Subventionen um drei Monate bis Ende März 2011 verlängert, schrieb Analyst Ben Maslen von Bank of America/Merrill Lynch. Damit werde der brasilianische Markt 2011 voraussichtlich nicht wie bislang befürchtet schrumpfen. Er sehe daher Chancen für eine Anhebung der Prognosen.
ProSiebenSat1 gefragt
Im MDax favorisierten die Anleger vor allem ProSiebenSat1
. "Das charttechnische Bild sieht sehr gut aus, nachdem die Titel die 16-Euro-Marke durchbrochen haben", sagte ein Händler. Die Aktien legte deutlich zu. Laut Börsianern äußerte sich zudem eine US-Investmentbank positiv zu ProSiebenSat.1 und erhöhte ihre Gewinnschätzungen für den Fernsehsender.
Einen Gang hochgeschaltet haben auch Continental, die um bis zu 3,3 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 52,74 Euro stiegen. Damit haben die Aktien des Auto-Zulieferers binnen drei Wochen rund 18-Prozent zugelegt, so viel wie kaum ein anderer MDax-Wert in diesem Zeitraum. Durch die geplante Einführung der EU-Siegel für spritsparende und leise Reifen werde der Marktanteil von Premium-Reifen voraussichtlich steigen, schrieb Analyst Yann Benhamou von Exane BNP in einem Kommentar.
nis/dpa-afx/rtr
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