Frankfurt am Main - Der Dax
schloss am Mittwoch 0,8 Prozent höher bei 6164 Zählern. Der europäische Stoxx50 stieg um 1,1 Prozent auf 2558 Stellen, auch die US-Börsen legten im frühen Geschäft zu.
An der Dax-Spitze standen die Aktien des Düngemittelkonzerns K+S. Sie stiegen um 2,5 Prozent und holten damit ihre Vortagesverluste wieder auf.
"Es gab einige Meldungen, wonach es wirtschaftlich doch weiter nach oben geht", sagte ein Händler. Die Industrieproduktion in Deutschland stieg im Juli noch leicht an. "Ich bin positiv von den Zahlen überrascht, da ich mit einem Minus gerechnet hatte", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. "Wir gehen davon aus, dass sich der Aufwärtstrend in der Industrie fortsetzen wird. Das hohe Tempo des ersten Halbjahres wird jedoch nicht zu halten sein."
Industriewerte erholen sich
Industriewerte wie BMW, Daimler und Siemens gehörten mit Aufschlägen von 1,1 bis 2,4 Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. Die Papiere von ThyssenKrupp verteuerten sich um 2 Prozent. Der größte deutsche Stahlkonzern will seine Stahlpreise zum 1. Januar zum Teil um 50 Prozent anheben, wie ThyssenKrupp Steel Europe-Vorstandsmitglied Jost Massenberg in einem Reuters-Interview ankündigte.
Eine solide über die Bühne gegangene Auktion portugiesischer Staatsanleihen und eine Zinserhöhung in Kanada hellten die Stimmung der Investoren zusätzlich auf. Kanadas Notenbank hatte ihren Leitzins auf ein Prozent angehoben. Analysten zufolge äußerte sich die Zentralbank zuversichtlicher als zuletzt für die Wirtschaft.
Bankentitel unter Druck - Streit um Basel III geht weiter
In Frankfurt standen zwar bei Handelsschluss die Aktien der Deutsche Bank und Commerzbank mit Abschlägen von 0,9 beziehungsweise 0,6 Prozent auf der Verliererseite, doch holten sie damit einen Gutteil ihrer Verluste wieder auf. Händlern zufolge legten sich die Ängste vor kräftigen Kapitalerhöhungen etwas, nachdem sich Grundzüge der schärferen Eigenkapitalvorschriften ("Basel III") abzeichneten.
Der europäische Stoxx-Branchenindex drehte gar im Verlauf ins Plus und lag 0,5 Prozent höher. "Die Banken müssen nach dem, was wir bislang wissen, ihr Kapital wohl nicht so stark wie befürchtet erhöhen", sagte ein Börsianer. "Außerdem dürfte es nicht allzu schwer sein, Geld einzusammeln. Bei Anleihen ist kaum noch etwas zu verdienen, deshalb dürfte so mancher Investor auf Aktien setzen."
Kapitalerhöhung: Bank of Greece unter Druck
Die Rendite der für den europäischen Rentenmarkt richtungweisenden zehnjährigen Bundesanleihe fiel zuletzt auf Rekordtiefs von knapp über zwei Prozent. Den Unmut der Anleger bekam allerdings in Athen die National Bank of Greece zu spüren, deren Aktien um 6,4 Prozent einbrachen. Die größte Bank Griechenlands will sich mit einer Kapitalerhöhung 2,8 Milliarden Euro besorgen.
Im Dax standen die Aktien des Chipherstellers Infineon unter Druck: Die Titel bauten ihre Vortagesverluste um weitere 1,8 Prozent aus, nachdem die Analysten der UBS ihre Anlageempfehlung für die gesamte Branche in Europa gesenkt hatten. Die Aktien der Konkurrenten ASML und STMicro verloren in Amsterdam 0,7 beziehungsweise in Paris 1,4 Prozent.
Urteil zu Glückspiel und Sportwetten - Tipp 24 legt zweistellig zu
Bei den deutschen Nebenwerten hatten Aktionäre des im SDax gelisteten Wettanbieters Tipp24 Glück: Die Aktien schossen um 14,5 Prozent nach oben, nachdem der Europäischen Gerichtshof das staatliche Wettmonopol in Deutschland gekippt hatte.
Die Luxemburger Behörde hatte entschieden, dass das deutsche Monopol für Sportwetten und Glücksspiele nicht mit EU-Recht vereinbar ist. Auch die Aktie von Bwin
legte deutlich zu.
Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,89 (Vortag: 1,95) Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte indes um 0,20 Prozent auf 128,80 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,17 Prozent auf 133,42 Punkte. Der Referenzkurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,2697 (Dienstag: 1,2744) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7876 (0,7847) Euro.
cr/la/dpa-afx
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