New York / Frankfurt am Main - Der Dax
ging mit einem Plus von 0,83 Prozent auf 6.134,62 Punkte aus dem Handel. Auf Wochensicht verbuchte der Leitindex einen kräftigen Aufschlag von rund drei Prozent. Der MDax legte zum Wochenausklang um 0,52 Prozent auf 8.507,83 Punkte zu. Der TecDax gewann 0,56 Prozent auf 766,17 Punkte.
Konjunkturdaten sorgten für neue Kauflaune. Die Zahl der Beschäftigten in den USA ist im August nur um 54.000 zurückgegangen, während Volkswirte mit einem fast doppelt so großen Abbau um 100.000 Stellen gerechnet hatten. "Das beruhigt die Märkte und lässt positive Rückschlüsse auf den privaten Konsum zu", sagte Marktanalyst Heino Ruland. In New York legte der Dow Jones
bis zum Xetra-Schluss in Deutschland um 0,7 Prozent zu.
Die Angst vor einem Double Dip hatte die Aktienmärkte zuletzt belastet, sagte ein Börsianer. Sollte die US-Konjunktur wieder in Tritt kommen, dürfte dies für eine Entspannung am Aktienmarkt sorgen und die zuletzt stark gestiegenen Anleihemärkte belasten.
Merck, MAN und Siemens im Vorwärtsgang
Aktien von Merck KGaA
gehörten neben MAN und Lufthansa
zu den größten Gewinnern im Dax. Analyst Markus Mayer von der Unicredit führte die Kursgewinne auf zunehmend freundlichere Aussichten für den Pharmabereich zurück, nachdem das Multiple-Sklerose -Medikament Cladribin nun auch in Australien zugelassen wurde.
"Die Zulassung in einem westlich orientierten Land wird nun als Hinweis für kommende Entscheidungen in Europa und den USA ausgelegt", sagte Mayer.
Aktien von SAP
legten ebenfalls zu. Ein Börsianer verwies auf einen Medienbericht, wonach sich das Management positiv zu den Chancen in China geäußert habe.
Versorger weiter im Blick - Infineon und FMC schwach
Versorger standen weiterhin mit der Zukunft bei den Kernkraftwerken im Blickfeld. RWE und Eon waren gefragt. Wie das "Handelsblatt" berichtete, will Bundespräsident Christian Wulff dem Rat seiner Berater folgen und nur einer Verlängerung der Laufzeiten für die Kernkraftwerke von höchstens neun Jahren zustimmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Sonntag in Berlin zu einem Koalitionsgipfel zusammengerufen, auf dem sie eine Entscheidung herbeiführen will.
Fresenius Medical Care (FMC) gaben nach einer Analystenkonferenz und anschließenden Kommentaren dagegen um 1,1 Prozent nach und lagen gemeinsam mit Infineon
am Dax-Ende. Commerzbank-Analyst Volker Braun sieht etwa kurzfristig eine Gefahr von Gewinnmitnahmen und senkte die Einstufung für die Papiere des Dialysespezialisten daher von "Add" auf "Hold".
Die Aktien des Halbleiterherstellers Dialog Semiconductor führten den TecDax mit einem Aufschlag von 5,40 Prozent auf 10,40 Euro an. Händler verwiesen darauf, dass der koreanische Technologiekonzern Samsung seine Absatzerwartung für Mobiltelefone im laufenden Jahr von 18 auf 25 Millionen Stück erhöhte und für 2011 gar von 50 Millionen Handys ausgeht. Technologien von Dialog steckten schließlich auch in Produkten von Samsung, hieß es seitens Marktteilnehmer.
kst/la/ddp/reuters/dpa-afx
© manager magazin Online 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH