Frankfurt am Main - Der deutsche Leitindex Dax verlor zu Handelsbeginn 0,5 Prozent auf 6056 Punkte. Für den MDax ging es moderat um 0,04 Prozent auf 8389 Punkte nach unten. Der TecDax hielt sich prozentual unverändert bei 759 Punkten.
Die überraschend verbesserte Stimmung der Einkaufsmanager im Verarbeitenden US-Gewerbe habe zum Monatsbeginn ein Ausrufezeichen gesetzt, sagte ein Händler. Das Ausmaß der erzielten Gewinne mache es jedoch fast unvermeidlich, dass einige Anleger nun Kasse machten. Insgesamt gebe der Start in den neuen Monat aber Anlass zur Hoffnung. Neben der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), von der ein auf 1,0 Prozent verharrender Leitzins erwartet wird, könnten US-Konjunkturdaten am Nachmittag neue Impulse verleihen. Die schwedische Riksbank erhöhte ihren Leitzins wie erwartet von 0,5 auf 0,75 Prozent.
Die Aktien der deutschen Autohersteller reagierten überwiegend positiv auf die am Vorabend präsentierten US-Absatzzahlen für August. Daimler-Aktien
gewannen 0,5 Prozent, nachdem die Kernmarke Mercedes ihre US-Absätze weiter ausgebaut hat. Die Papiere profitierten zudem auch von einer Hochstufung durch die Schweizer Großbank UBS. BMW
und Volkswagen
verkauften dagegen weniger Autos, bei BMW wurde dies allerdings auf die neue 5er Serie zurückgeführt, die bislang in den USA noch nicht komplett erhältlich sei. BMW-Aktien legten um 0,1 Prozent zu, die von Volkswagen gaben um 0,6 Prozent nach.
RWE-Aktien
profitierten indes nicht von Medienberichten über einen geplanten Konzernumbau und verloren 0,75 Prozent. Wie das "Handelsblatt" berichtete, will Vorstandschef Jürgen Großmann den Versorger in eine europäische Gesellschaft transformieren, um den Einfluss seiner kommunalen Aktionäre zu schmälern. Die neue Societas Europaea (SE) solle dann als Holding für eine "Deutschland AG" fungieren, in der die Geschäftsaktivitäten im Heimatmarkt gebündelt sind. Ein Händler kommentierte dies leicht positiv, wies aber parallel auf die generell bremsende Unsicherheit über die Zukunft der Kernkraftwerke hin.
Die Aktien der Deutschen Börse
gaben nach Handelszahlen für August um 1 Prozent nach. Wie der Börsenbetreiber am Vorabend mitteilte, waren die Umsätze auf Xetra im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent gestiegen. An der Terminbörse Eurex sank jedoch das Kontraktvolumen. Pro Tag wurden im Schnitt 7,8 Millionen Kontrakte gezählt, 1,3 Millionen weniger als an einem Durchschnittstag im Vorjahreszeitraum. Die Aktien der Deutschen Bank
waren indes mit minus 1,45 Prozent schwächster Wert im Dax, ohne dass relevante Nachrichten vorlagen.
Im TecDax lagen Morphosys-Aktien
nach dem Abschluss eines Lizenzabkommens leicht mit 0,3 Prozent im Minus. Das Biotech-Unternehmen meldete den Start eines Entwicklungsprogramms zur Behandlung von Infektionserkrankungen und hat sich eigens dafür mit dem britischen Biotechnologie-Unternehmen Absynth Biologics auf ein Abkommen geeinigt. Neben einer Einmalzahlung werden entwicklungsabhängige Meilensteinzahlungen und Tantiemen fällig. Evotec-Titel
fielen um 1,3 Prozent. Wie das Biotechnologieunternehmen mitteilte, wurde die Übernahme des Konkurrenten Develogen erfolgreich abgeschlossen. 99,3 Prozent der Develogen-Aktionäre hätten das Angebot angenommen, hieß es.
ak/dpa-afx
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