Frankfurt - Der Dax
konnte anfängliche Kursgewinne nicht halten und fiel bis zum Handelsschluss auf Xetra um 0,7 Prozent auf 5912 Punkte. Auch der MDax rutschte ins Minus, nur der TecDax
konnte seine Gewinne verteidigen.
Die US-Börsen haben sich am Montag trotz guter Daten kaum bewegt. Zwar sind die Ausgaben der privaten Haushalte im Juli etwas stärker als erwartet gestiegen. Vor dem großen Arbeitsmarktbericht am Freitag aber hielten sich die Anleger mit größeren Engagements zurück, sagten Börsianer.
Im frühen Handel sank der Dow Jones
um 0,3 Prozent auf 10.103 Punkte, nachdem er am Freitag noch um 1,6 Prozent nach oben geklettert war. An der Technologiebörse Nasdaq verbuchte der Composite-Index ein Minus von 0,3 Prozent.
Börsianer verwiesen auf fehlende Anschlusskäufe, nachdem US-Notenbankchef Ben Bernanke mit seinen Aussagen vom Freitag bis zur Mittagsstunde noch für steigende Kurse gesorgt habe.
Infineon verkauft Handysparte
Nach dem angekündigten Verkauf der Handysparte an den US-Chipriesen Intel gaben die Aktien von Infineon
am Montag deutlich nach. Börsianer sagten, der Preis sei mit 1,4 Milliarden US-Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) für einige Anleger wohl enttäuschend ausgefallen, weshalb nun Gewinne mitgenommen würden.
Analysten sprachen jedoch überwiegend davon, dass sie mit einem ähnlichen Preis gerechnet hätten. Bernd Laux von Cheuvreux gab sich gespannt in Bezug darauf, wie der Halbleiterkonzern die hohen Barmittel verwenden wird.
Eon und RWE gefragt - Merkel für Verlängerung der Laufzeiten
Versorgeraktien waren gefragt: Eon und RWE legten zu. Den Verkauf einer Beteiligung von Eon am südhessischen Energieversorger HSE sah Analyst Ingo Becker von Kepler Capital Markets wegen eines verhältnismäßig geringen Werts jedoch nicht als kursrelevant an.
Vielmehr stützten jüngste Äußerungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Kurse, so Becker. Merkel hatte sich in einem Fernsehinterview dafür ausgesprochen, die Laufzeiten der Atomkraftwerke um 10 bis 15 Jahre zu verlängern. Analyst Peter Wirtz von der WestLB führte die Kursanstiege der beiden Aktien hingegen auf eine Erholung nach der schwachen Entwicklung der letzten Wochen zurück.
Tui im Blick - Mordaschow erhöht Anteil
Die Aktien von Tui
waren im Index der mittelgroßen Werte MDax gefragt. Wie die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) am Freitagabend mitteilte, will die S-Group Travel Holding GmbH, die dem russischen Oligarchen Alexej Mordaschow zuzurechnen ist, ihren Anteil an dem Reise- und Schifffahrtskonzern von derzeit rund 18 Prozent auf 25 bis 30 Prozent aufstocken.
Die Aktien von Smartrac sprangen um kräftige 15,97 Prozent auf 19,82 Euro hoch, nachdem der niederländische Funktechnik-Anbieter eine Offerte vom US-Finanzinvestor One Equity Partners erhielt. Die Amerikaner wollen 20 Euro je Aktie zahlen, was einem Gesamtpreis von rund 297 Millionen Euro entspricht. Vorstand und Aufsichtsrat von Smartrac wollen das Übernahmeangebot unterstützen.
la/reuters
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