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27.08.2010
 

Krisenchance

Preise für Ferienhäuser auf Talfahrt

Von Christoph Rottwilm

Berlusconi, Polanski, Bruni: Die Stars und ihre Ferienhäuser
Fotos
Engel & Völkers

Europaweit hat die Wirtschaftskrise die Preise für Ferienhäuser in den Keller gedrückt. Vor allem in Spanien, aber auch in Italien und Frankreich, zwei weiteren Favoriten der Bundesbürger, gab es erhebliche Abschläge. Zeit zum Kaufen also? Experten warnen: Wer zu schnell handelt, geht gewaltige Risiken ein.

Hamburg - PIIGS, das Kürzel für die europäischen Schuldenstaaten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien, kennt hierzulande inzwischen wohl so gut wie jeder. Aber wer kennt schon FIS? Es steht für Frankreich, Italien und Spanien, die nach Deutschland beliebtesten Destinationen für hiesige Ferienhausurlauber.

Überschneidungen zwischen beiden Ländergruppen sind wohl eher zufällig. All jenen, die mit dem Gedanken spielen, sich ein eigenes Urlaubsdomizil zuzulegen, kommen sie allerdings gelegen. Denn die Wirtschaftskrise hat einige dieser Länder in den vergangenen Jahren besonders hart getroffen. Die Folge: Die Immobilienpreise sind in den Keller gerauscht - auch jene für Ferienhäuser.

Besonders stark lässt sich dies in Spanien beobachten, wo auch am Ferienimmobilienmarkt offenbar eine veritable Blase geplatzt ist. Das Maklerunternehmen Engel & Völkers beispielsweise beziffert den Preisrückgang für Objekte auf Mallorca und Menorca seit 2008 auf 15 bis 30 Prozent. Dabei muss allerdings differenziert werden, sagt Kai Enders, Vorstand für Wohnimmobilien bei Engel & Völkers. "Während der Markt für besonders exklusive Objekte in einmaliger Lage kaum gelitten hat, ist das Geschäft mit vergleichsweise einfachen Standardwohnungen praktisch zum erliegen gekommen", so der Fachmann. "Im mittleren Segment kann man von Preisabschlägen um 20 Prozent sprechen."

Deutsche Favoriten: Mallorca, Toskana, Côte d'Azur

Auch Peter Schöllhorn, Vorstand der Deutschen Schutzvereinigung Auslandsimmobilien (DSA), spricht für den iberischen Markt von Einbrüchen um bis zu 50 Prozent. Frankreich und Italien, so der Experte, seien dagegen deutlich glimpflicher davongekommen. "Die Preise in Frankreich und Italien sind zwar ebenfalls gesunken", so Schöllhorn. "Die Rückgänge fielen aber mit bis zu 15 Prozent mäßiger aus. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Preise zuvor auch nicht so stark gestiegen waren." In Paris haben sich die Preise nach Angaben des Experten sogar schon wieder leicht erholt, so dass der Markt dort besser dastehe als der Rest von Frankreich.

Merkliche Preisnachlässe erwartet der deutsche Immobilienverband IVD zudem in Griechenland, dem größten Sorgenkind unter den europäischen Krisenländern. Dem Land an der Ägäis kommt als Ziel für deutsche Ferienhausurlauber allerdings traditionell kaum eine große Bedeutung zu. "Griechenland hat unter anderem wegen der fehlenden Infrastruktur für den Ferienhausmarkt aus deutscher Sicht nie eine herausragende Rolle gespielt", sagt Schöllhorn. "Das wird sich auch künftig kaum ändern."

Die Lieblingsziele der Deutschen sind dagegen andere: Die Balearen-Insel Mallorca, die italienische Toskana sowie die Côte d'Azur im Süden Frankreichs. Das hat jüngst einmal mehr eine Umfrage der Online-Ferienhausvermittlung Home Away ergeben, derzufolge die drei Regionen nach Ost- und Nordsee auf dem Ranking der Reiseziele ganz vorne rangieren.

Die Frage ist nun: Ist der Zeitpunkt zum Kauf bereits gekommen? Oder lohnt weiteres Abwarten? An welchem Punkt befinden sich die Märkte für Ferienhäuser in Europa?

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