London - Offen blieb zunächst, ob RSA seine Offerte erhöhen wird. Branchenkennern zufolge müsste der Konzern noch einige hundert Millionen drauflegen, um zum Zuge zu kommen.
Aviva teilte mit, RSA sei bereits am 6. August darüber informiert worden, dass das vorliegende Angebot nicht akzeptabel sei. Angesichts der guten Perspektiven für die Sparte und der Konditionen von RSA sei die Entscheidung des Verwaltungsrates einstimmig gewesen, erklärte Chairman Colin Sharman.
Aviva habe mit seinen Halbjahreszahlen Anfang August bewiesen, dass der Konzern in guter Verfassung sei. Das Unternehmen hatte einen Gewinnanstieg um gut ein Fünftel ausgewiesen.
Aviva ist Großbritanniens zweitgrößter Lebensversicherer nach Marktkapitalisierung. Das allgemeine Versicherungsgeschäft erwirtschafte 2009 einen Betriebsgewinn von rund einer Milliarde Pfund - etwa die Hälfte des gesamten Konzerngewinns. RSA verspricht sich von dem Geschäft enorme Kostenvorteile, wie der Konzern erläuterte.
Die jährlichen Synergien vor Steuern lägen bei etwa 300 Millionen Pfund. Auf Kostenvorteile verwies auch ein Aviva-Großaktionär, der namentlich nicht genannt werden wollte. Britischen Medienberichten zufolge sind einige Anteilseigner unzufrieden damit, dass Aviva die RSA-Offerte ohne vorherige Rücksprache abgelehnt hat. Analysten lobten den Vorstoß von RSA ebenfalls. "Wir denken, dass ein solches Geschäft strategisch sinnvoll wäre", erklärten etwa die Experten der UBS.
RSA würde die Übernahme mit einer Kapitalerhöhung finanzieren. Dafür konnte der Versicherer bereits BNP Paribas, die Deutsche Bank und HSBC gewinnen.
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