Von Arne Gottschalck
mm: Sehen Sie in den großen Dollarbeständen Chinas ein Problem? Sollten sie deutlich umschichten, könnte das die US-Währung massiv belasten.
Carey: Die Chinesen können zwar tatsächlich ihre Dollarreserven reduzieren, aber ein großer Teil dieser Reduktion könnte sich daraus ergeben, dass die chinesische Binnenwirtschaft beginnt, den Import und Export zu ersetzen. Daher werden die Chinesen künftig wahrscheinlich nicht mehr so viele Dollar verdienen, bezogen auf die gesamte Größe ihrer Wirtschaft. Und das Problem mit sich aufblähenden chinesischen Dollarreserven wird mit der Zeit abnehmen.
mm: Wie geht man als Fondsmanager mit so einer Situation um?
Carey: Mein Fokus ist immer auf einzelne Unternehmen und ihre Geschäftspläne und Perspektiven gerichtet. Ein geschicktes Management sollte selbst in einer schwierigen und sich rasch verändernden Umwelt in der Lage sein, sich anzupassen und Erträge für seine Aktionäre verdienen.
mm: US-Aktien gelten als "mom-and-pop"-Anlage, als Jedermann-Investment. Wie halten Sie den Anspruch in diesen Zeiten aufrecht?
Carey: Pioneer ist seit jeher ein "mom-and-pop"-Geschäft - in dem Sinne, dass wir als relativ kleiner Anbieter von Publikumsfonds den Fokus stärker auf die Bedürfnisse unserer Distributoren und Investoren richten. Ich persönlich verbringe viel Zeit "on the road" und treffe Menschen, die ihre eigenen oder ihrer Kunden Gelder investiert haben.
mm: Warum sollten europäische Investoren US-Aktien kaufen?
Carey: Attraktive Bewertungen, gute Gewinnaussichten, aufgestaute Nachfrage nach Aktien bei fortgesetzter unterdurchschnittlicher Gewichtung durch viele Investoren. Stärkerer Dollar gegenüber dem Euro, gute Positionierung für internationales Wachstum erfolgreicher US-Unternehmen. Sicherer regulatorischer und rechtlicher Rahmen. Harte Arbeit und - natürlich - die Auswahl des richtigen Fonds.
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