Paris - Mehrere französische Banken sind einem Zeitungsbericht zufolge an einer Übernahme der Fondsgesellschaft von Unicredit
, Pioneer Investments, interessiert. Die französische Zeitung "Les Echos" nannte am Mittwoch als mögliche Käufer die BNP Paribas
und Natixis sowie den Vermögensverwalter Amundi, hinter dem die beiden Banken Credit Agricole
und Société Générale
stehen.
Das Blatt berief sich auf eine nicht näher bezeichnete Quelle aus dem Umfeld von Unicredit. Die italienische Bank ist die Mutter der deutschen HypoVereinsbank (HVB). Im Zuge der Übernahme der Hypo-Vereinsbank durch Unicredit 2005 ging auch die Fondsgesellschaft der Münchner, Activest, in Pioneer auf.
Unicredit wolle die Mehrheit an Pioneer Investments loswerden, einen kleinen Anteil aber behalten, um weiter Zugang zum Netzwerk zu haben, hieß es in dem Artikel weiter. Pioneer stehe nicht offiziell zum Verkauf, nach der Sommerpause könne das Kapital aber für Investoren geöffnet werden, schrieb "Les Echos". Bei Amundi und BNP Paribas war niemand zu erreichen. Eine Sprecherin von Natixis lehnte eine Stellungnahme ab.
Dem Blatt zufolge wird Pioneer mit 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro bewertet. Unicredit-Chef Alessandro Profumo hatte am Dienstag gesagt, die Bank habe von mehreren Seiten Interessensbekundungen erhalten.
Kleinere Länderbüros werden geschlossen
Verkaufsgerüchte gibt es, seitdem Profumo im ersten Quartal diesen Jahres den Journalisten in die Feder diktierte hatte, man prüfe alle Optionen. Das ist auch der aktuelle Stand der Entwicklung, so ein Sprecher der Fondsgesellschaft auf Nachfrage. Man hört im Markt, dass kleinere Vertriebsbüros geschlossen werden sollen, wie zum Beispiel in Australien oder Israel.
Von außen gesehen, lässt sich also trefflich spekulieren. Läuft es auf einen Verkauf der Gesellschaft hinaus? Oder darauf, dass das Unternehmen einen Partner an die Seite gestellt bekommt? Immerhin hat sich Pioneer seinen Namen mit der Verwaltung von US-Aktien gemacht. Und in den Augen der Öffentlichkeit nie wirklich aus dieser Nische lösen können, trotz der Einbindung der ehemaligen Activest.
Verwaltetes Vermögen stark zusammengeschmolzen
Derzeit verwaltet Pioneer Investments rund 185 Milliarden Dollar - vor der Krise waren es 270 Milliarden. Damit befindet sich das Unternehmen im gefürchteten Niemandsland zwischen großem Universalanbieter und kleiner Boutique, für die Experten schon lange Probleme vorhersagen. Als potentielle Übernehmer oder auch Partner werden neben französischen Unternehmen Banken auch Goldman Sachs oder Blackrock gehandelt. Doch noch ist offenbar alles im reinen Sondierungsstadium.
Die Fondsgesellschaft verlor zuletzt ihren Deutschlandchef Dominik Kremer (42). Nach offiziellen Angaben schied er zum 1. Juli aus. Seit Mitte Juli leitet Kremer den kontinentaleuropäischen Vertrieb des britischen Anlagehauses Threadneedle.
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