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29.07.2010
 

Heidelberger Druck

Grünes Licht für Kapitalerhöhung

Unter Druck: Nach dem Umsatzeinbruch im Krisenjahr 2009 erwartet das Management von Heidelberger Druckmaschinen nun eine leichte Erholung
AP

Unter Druck: Nach dem Umsatzeinbruch im Krisenjahr 2009 erwartet das Management von Heidelberger Druckmaschinen nun eine leichte Erholung

Die Aktionäre des angeschlagenen Druckmaschinenherstellers Heidelberger Druck haben den Weg für die größte Kapitalmaßnahme seit dem Börsengang vor knapp 13 Jahren frei gemacht. Der mit Staatsbürgschaften gestützte Konzern erhält so die Chance, seine Verschuldung zu verringern.

Mannheim - Mit großer Mehrheit stimmten die Anteilseigner am Donnerstag bei der Hauptversammlung in Mannheim für eine Kapitalerhöhung von 420 Millionen Euro. Damit will das mit staatlichen Bürgschaften gestützte Unternehmen seine Verschuldung deutlich verringern.

Zuvor hatte Vorstandschef Bernhard Schreier um die Zustimmung der rund 1700 anwesenden Aktionäre zur Kapitalerhöhung geworben, die noch in diesem Jahr abgeschlossen werden soll. Die Maßnahme sei ein wichtiger Meilenstein bei der Neuausrichtung des Konzerns, sagte Schreier.

Mit dem Erlös sollen die Bankschulden um rund die Hälfte gesenkt und die Zinslast um rund 40 Millionen Euro pro Jahr verringert werden.

Leichte Erholung - Umsatz dürfte moderat wachsen

Das Unternehmen hatte massiv unter der weltweiten Rezession gelitten, Aufträge und Umsatz brachen ein. Seine Finanzierung sicherte sich Heidelberger Druck mit Bankkrediten sowie öffentlichen Bürgschaften und verordnete sich einen strikten Sparkurs. Die Zahl der Stellen sank weltweit um rund 4000 auf etwa 16.500 bis Ende des Geschäftsjahres 2009/10. Weitere 500 Arbeitsplätze sollen bis Ende Oktober abgebaut werden.

Mittlerweile sieht das Unternehmen dank steigender Aufträge wieder Licht am Ende des Tunnels. Für das Gesamtjahr bekräftigte Schreier die Prognose, wonach ein ausgeglichenes operatives Ergebnis angepeilt wird und der Umsatz moderat wachsen soll. Wegen der Belastungen durch die Finanzierungskosten erwartet das Unternehmen aber erneut einen deutlichen Nettoverlust.

Ausbauen will Heidelberger Druck die Geschäftsbereiche, die weniger stark als die Bogendruckmaschinen von Konjunkturzyklen abhängig sind. So sollen die Sparten Verpackungsdruck, Dienstleistungen und Verbrauchsmaterialien gestärkt werden

la/dpa-afx

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