Durch die fortschreitende Konsolidierung dürfte die Branche künftig zudem noch wirtschaftlicher werden, sagt Stöferle. Zum Hintergrund: Das Geschäft mit Übernahmen und Fusion unter Goldminen läuft weltweit seit Jahren auf Hochtouren. Durch die Wirtschaftskrise wurde das globale Akquisitionsvolumen 2009 zwar auf sieben Milliarden Dollar gedrückt. Es betrug damit lediglich ein Drittel des Wertes aus dem Spitzenjahr 2006. Gegenüber 2000 ist jedoch nach wie vor ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Zu den größten Deals zählten zuletzt die Käufe von Comaplex durch Agnico Eagle Mines
, von Brett Resources durch Osisko Mining, von Underworld durch Kinross sowie von Moto Gold Mines durch Randgold und AngloGold Ashanti, schreibt Stöferle in seinem aktuellen Goldreport. 28 Prozent aller Übernahmen fanden demnach in Afrika statt, 18 Prozent in Lateinamerika, 18 Prozent in Asien, 15 Prozent in Australien, 14 Prozent in Europa und 7 Prozent in Nordamerika.
Für Anleger haben Übernahmen stets einen besonderen Charme. Die Phantasien, die sie auslösen, schlagen sich nicht selten in heftigen Kurssprüngen nieder. Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass solche Kursgewinne oft nicht von langer Dauer sind. Das bestätigen auch Analysen des Experten Stöferle, der herausgefunden hat, dass Goldfirmen, die organisch wachsen, "ganz klare Outperformer waren". Exploration statt Akquisition, sollte daher das Motto lauten, so Stöferle.
Politische Risiken nehmen zu
Die Akquisitionstätigkeit ist ohnehin nur ein Faktor, der die Kursverläufe der Goldaktien beeinflussen kann. Ein weiterer ist die Kostenentwicklung. Die Minen müssen inzwischen immer tiefer graben, um an das wertvolle Metall zu kommen. Dazu benötigen sie naturgemäß zusätzliche Ressourcen, etwa Personal und Energie - und die kosten Geld.
Vor wenigen Tagen etwa meldete die chinesische Gesellschaft Zijin, sie müsse die Produktion in einer Mine in der Provinz Fujian drosseln, um den Druck auf die Umgebung zu reduzieren und die Sicherheit nicht zu gefährden. Die Mine werde eine Tonne pro Jahr weniger produzieren als bisher, so die Mitteilung. Im vergangenen Jahr brachte es der Standort allerdings auf einen Gesamtoutput von gut 75 Tonnen Gold.
Fachleuten zufolge sind die großen Vorkommen in leicht zugänglichen Regionen zudem weitgehend ausgebeutet. Die Konsequenz: Immer mehr Staaten von zweifelhafter Stabilität geraten ins Visier der Minengesellschaften. Dort ist der Geschäftserfolg jedoch von zahlreichen Unwägbarkeiten abhängig. Auch die Personalkosten sind mitunter höher als anderswo - ein hochqualifizierter Ingenieur verlangt schlicht mehr, wenn er im Kongo arbeiten soll, als wenn es nach Kanada geht.
Auch das politische Risiko muss beachtet werden, wie die Analysten der Citigroup in einer aktuellen Branchenstudie über "Amerikas Minen" schreiben. Das gelte zum Beispiel für die Standorte von Barrick Gold und Newmont in Neu Guinea, Tansania, Indonesien, Ghana und Peru.
Kurzum: Theoretisch spricht wohl viel für einen baldigen Anstieg der Kurse von Goldaktien. Praktisch gibt es aber eine Menge Faktoren, die diese These ins Wackeln bringen können. Dazu zählt nicht zuletzt auch das allgemeine Börsenumfeld, das die Entwicklung von Aktien ganz gleich welcher Branche, stets mit beeinflusst. Stichwort Schuldenkrise, Stichwort Weltkonjunktur.
Vor allem aber ist es der Goldpreis, der die entscheidende Rolle spielt. Bleibt er nicht stabil auf seinem aktuellen Niveau, werden auch die Kurse kaum steigen.
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