Frankfurt am Main - Dank der Unterstützung durch die Wall Street kletterte der deutsche Leitindex Dax
im späten Handel in die Gewinnzone und legte bis zum Handelsschluss auf Xetra 0,8 Prozent auf 5992 Zähler zu. Am Morgen war der Index noch um 1,6 Prozent abgerutscht. Der MDax
rückte um 0,2 Prozent vor auf 8104 Punkte und für den TecDax ging es um 0,7 Prozent nach oben.
In den USA lag der Dow Jones um 17.30 Uhr 1,2 Prozent im Plus. In Europa waren die verstärkt nachgefragten Bankwerte eine wichtige Stütze für den Aktienmarkt.
An der Wall Street verwiesen Börsianer außerdem auf optimistisch stimmende Aussagen der Großbank State Street. Deren Titel schossen um 8,5 Prozent nach oben, nachdem das Institut für das zweite Quartal einen höheren Gewinn in Aussicht gestellt hatte als von Analysten prognostiziert worden war.
Zu den größten Gewinnern im Dax zählten demzufolge Bankentitel. Der Ausblick von State Street
verhalf der Deutschen Bank
und auch der Commerzbank
zu deutlichen Kursgewinnen. Beide Titel notierten in der Dax-Spitzengruppe.
Schäuble beruhigt Anleger
Besonders Finanzaktien waren gefragt, nachdem Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gesagt hatte, er erwartet aus den neuen Belastungstests für deutsche Banken keine Turbulenzen. Diese Aussagen hätten die Anleger wieder etwas beruhigt, nachdem zuletzt Sorgen um negative Ergebnisse dieser so genannten "Stresstests" aufgekommen seien, sagte ein Börsianer.
Mit dem Banken-Stresstest wird untersucht, ob ein Institut auch bei sehr negativen Marktentwicklungen oder bei Konjunktureinbrüchen überlebensfähig ist.
Ferner konnte am Mittag Portugal mehr als die geplanten 600 Millionen Euro am Anleihemarkt platzieren und musste dafür deutlich niedrigere Zinsen zahlen als noch im Mai.
Insolvenzgerüchte über Arques
Aus dem SDax
kamen die Aktien von Arques Industries
unter die Räder. Die Papiere der Beteiligungsgesellschaft brachen um 15 Prozent ein. Händler verwiesen auf einen Bericht des Börsenblatts "Platow Brief", wonach ein "offensichtlicher Unternehmensinsider" in einem Brief an die hessische Börsenaufsicht von einer unmittelbar bevorstehenden Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens berichtet. Ein zur Klärung der Vorwürfe zunächst in Aussicht gestelltes Telefongespräch mit dem Anlegermagazin habe Arques-Chef Hans Gisbert Ulmke schließlich mit dem Hinweis abgelehnt, er wolle dazu keine Stellungnahme abgeben. Börsianer zeigten sich darum besorgt.
US-Schwäche stützt den Euro
Der Euro
hielt sich trotz leichter Kursverluste bei der Marke von 1,26 US-Dollar. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,2590 Dollar. Ein Dollar war damit 0,7943 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,2579 (Montag: 1,2531) Dollar festgesetzt.
Am Dienstag war der Euro mit 1,2662 Dollar auf den höchsten Stand seit Mitte Mai gestiegen. Ausschlaggebend waren abermals enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA. Nach wie vor grassiert an den Märkten die Furcht vor einem Rückfall in die Rezession. Befürchtet wird ein sogenannter "Double Dip" in den USA, kombiniert mit ungünstigen Wachstumsperspektiven im Euroraum und einer konjunkturellen Abschwächung in China.
ak/dpa-afx
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